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Der israelitische Volkslehrer · 1855-04-01 · Heft 4 (April 1855) · page 18

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 4 (April 1855)
Date
1855-04-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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iber die Judeüftage. fache, in der Notwendigkeit einer Abänderung deS Wahlgesetzes von 1848, mit der Regierung übereinstimmt, und dennoch von RechtSgefühl und Ueberzeugungstreue sich gedrungen fühlt, jetzt wie vor 5 Jahre der Sache der Juden daS Wort zu reden. Er spricht: „Ich will mich nicht auf das theologische Gebiet wagen, ich glaube, daß es eine Frage ist, die jeder für sich in seinem Innern behalten muß. Ich habe nur das auszusprechen, daß ich eS mit meinen Rechtsbezriffen nicht vereinbaren kann, wie Jemand im Staate bei Verabreichung von Lasten seiner Religion wegen gefragt wird, nicht aber, wenn es sich darum haudelt, daß er Rechte haben soll. Ich finde es auch grausam, daß man den jüdischen Mitbürgern ein Vorrecht nehmen will, das an und für sich kostbar und noch dadurch eine besondere Bedeutung für sie erhält, indem es ihnen wenigstens eine Bürgschaft für eine bessere Zukunft gibt. Deßhalb, meine Herren! kann ich für Ziffer 2. nicht stimmen." In beißend schärferer Weise spricht sich der Volksabgeordnete Reinhart aus. Indem er nämlich die vorliegende Frage vom finanziellen Standpunkte aus beleuchtet, sagt er: „Meine Herren! man spricht vom christlichen Staate, und ich will nicht wiederholen, was von den Vorrednern so treffend auseinandergesetzt wurde. Allein so gefährlich scheinen mir die Juden dem christlichen Staate doch nicht zu sein, wie sie der Ziffer 2. dieses Artikels hinstellt. Denn bedenken Sie, meine Herren! warum sind die Juden recht, wenn die Fürsten Gelder brauchenwarum scheut man sich nicht, von ihnen Geld zu nehmen, selbst der Pabst, der doch ein christlicher Mann ist, hat sich nicht gescheut, Geld von ihnen zu nehmen, und sie haben die Bereitwilligkeit der Juden, den Verlegenheiten der Fürsten mit Geld zu helfen, mit Orden anerkannt, und warum will man heute die Juden so unchristlich finden, wenn man doch ihr Geld nimmt? Ich sage, man spricht vom christlichen Staat, das ist ein gar schöner Ausdruck; aber wenn wir die Geschichte nehmen — ich will sie nicht speziel nennen, sondern nur im Allgemeinen — und sehen, welch christliches Leben an den christlichen Höfen geführt worden ist, so finde ich die Juden besser,, als daS Leben an vielen Höfen." Ehrend und anerkennend spricht sich der Deputirte Breidenbach aus, der im Jahre 184S mit 25 andern Abgeordne- V. 11

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