Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 4 (April 1855)
- Date
- 1855-04-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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«ch «nsere Stellung zu dewselbe^ ter einzuflößen; mit einem Worte, wollt ihr, daß wir für die Vergangenheit deS Judenthnms uns begeistern, wohlan, zeigt uns euere Begeisterung für das Jndenthuu» der Gegenwart!— Viel fruchtbarer und von augenscheinlich sicherem Erfolg begleitet, ist daher die Stellung, welche die ächten Freunde der Reform unter den verschiedenen Parteien zum jüdischen Alterthum einnehmen. Wir haben nichts mit den Verächtern des Judenthums gemein, die es einen überwundenen Standpunkt nennen und dessen hohe Vergangenheit wie ein unnützes Geräth über Bord werfen möchten. Wir gehen auch nicht mit den Talmudgläubigen, die statt einer Verehrung eine Vergötterung der Vergangenheit anstreben und ihre vollständige Wiederkehr das letzte mefsianische Ziel, die Hoffnung und die Zukunft des Zudenthums nennen. Uns genügt auch nicht die wissenschaftliche Liebe und die Verstandesbegeisterung für das jüdische Alterthum, die um die Segenwart sich nicht kümmert. Sie laßt unS kalt und befriedigt weder unsern Hunger noch unsern Durst nach dem Arode und dem Wasser des Lebens. Die Stellung, die wir einnehmen, ist eine durchweg religiöse. Die jüdische Vergangenheit hat Wurzel, tiefe, kraft» und saftreiche Wurzel in dem Boden unseres Geistes und Herzens. Wir leben und wirken in der Gegenwart, bauen und arbeiten an der Zukunft, und die Geschichte der Vergangenheit gilt uns als Lehrmeisterin, wie wir aus der Vergangenheit die Gegenwart gestalten, und in diese den Grundstein für den Bau der Zukunft legen sollen. Auch wir fordern Liebe, Verehrung und Hochachtung für daS hohe jüdische Alterthum. Auch wir wollen die Kenntniß der jüdischen Vergangenheit unter den Zud^ aber nicht aus rein wissenschaftlichem oder nationalem Interesse, wie andere Völker für ihre Alterthümer sich interesstren, sondern lediglich aus rein religiösem Interesse, aus Liebe zum Zudenthum, als der Religion unserer Väter und der unserigen, aus religiöser Veehrung und Hochachtung für seine unS noch immer heiligen Institutionen. Nicht um sie buchstäblich unter uns wieder aufzurichten, wie der Talmud will, spndern um ihren unsterblichen Geist lebendig wir-