Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 4 (April 1855)
- Date
- 1855-04-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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ZZ2 Die verschiedenen Auffassu^ / lenv unter unS zu erhalten und ihn als heiliges Erbe der Väter ungeschwächt unfern Kindern zu überliefern. Auch wir stellen unS den VergStterern der jüdischen Vergangenheit auf der einen, wie den Verächtern des alten JudenthumS auf der andern Seite gegenüber, aber unser Standpunkt ist nach beiden Seiten hin ein religiöser. Den Verächtern des JudenthumS, den kalt- und gleichgültig gewordenen, den vom Wahn einer falschen Bildung geblendeten, die da meinen und sprechen, es wäre das ganze jüdische Alterthum mit allen seinen in's Leben geförderten Schöpfungen eine längst überwundene Kulturstufe, auf die nicht zurückgeschaltet noch weniger zurückgegangen werden dürfe, diesen rufen wir zu: erwachet aus dem Traume eurer Dorurtheile und sprechet : ^»NN^^ZZ Gott ist an diesem Orte, Gott lebt in diesen Erscheinungen, Göttliches und Unsterbliches ist in ihnen der Menschenwelt für alle Zeiten dffenbart worden, und wir wußten es nicht!" Das alte Bild, das vom Meere gebraucht wird, d^v wtt V'M V'N V'2^N O^N2N alle Ströme fließen in'S Meer und das Meer wird nicht übervoll, dieses Bild ist in umgekehrtem Sinne auf das Juden- —-Hum-anzuwenden.Es ist ein Meer, von welchem alle ReligionSstrome, die über reinem, festem Grunde fließen, ausmünden und auslaufen, und das Meer bleibt unerschöpflich an Wassern der reinen Gotteserkenntniß, unergründlich an Tiefen der Weisheit, überreich an Edelgestein und kostbaren Perlen heiliger Gefühle! Ihr sehet überall Gestaltungen und Einrichtungen, die sich in ihrer bestimmten Ausprägung allerdings überlebt haben; aber nur ihre Hülle ist Staub geworden, ihr innerer Geist lebt und wirkt in neuen Gestalten und Formen unter uns fort. Versuchet es, euch die Umstände und Verhältnisse der Vergangenheit zu vergegenwärtigen, unter welchen der Geist des JudenthumS gewirkt und jene ehrwürdigen Institutionen und Lebensordnungen in'S Dasein gerufen hat, und ihr werdet finden, daß das Zudenthum. der älteste, edelste Keim ist. welcher den Menschengeist befruchtet hat, und daß eS derselbe Geist ist, welcher in der gegenwärtigen fortgeschrittenen Bildung und Sitte zum größten Theil seine eigenen in'S Leben geförderten Früchte zur Erschei-