Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 4 (April 1855)
- Date
- 1855-04-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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»ud «ftre Stellung zu demselben. 127 Opfer-, Priester- und AltardiensteS die hervorragendsten sind. Nach dieser Auffassung ist die Liebe zum jüdischen Alterthum mit der Liebe zum Judenthum eins und dasselbe, die Verehrung der ältesten Institutionen mit Religion und Gottesverehrung gleichbedeutend; Entweihung des Sabbath ist Abfall vom Gott Israels, Vernachlässigung des Bundeszeichens am Leibe, Zerstörung deS göttlichen Bundes mit Israel. — Von diesem Gesichtspunkte am weitesten entfernt und ihm grade entgegengesetzt ist jene oberflächliche, völlig ungeschichtliche Betrachtungsweise, nach welcher daS ganze jüdische Alterthum mit allen seinen ehrwürdigen Monumenten und Denkmälern sammt den ihnen zu Grunde liegenden religiösen Anschauungen und Vorstellungen als verlebte und verblichene Erscheinungen anzusehen sind, die von der neuen Cultur und Gesittung der Völker längst überwunden und verschlungen worden, so daß jene als verlorene Atome in dieser längst auf- und untergegaugen, ynd darum allenfalls für den gelehrten Alterthumsforscher noch von antiquarischem Interesse sein mögen, in praktisch-religiöser Beziehung aber für den höher gebildeten Menschengeist, der über die Anfänge kindlicher Zeitalter längst hinweg ist, keiner weitern Beachtung Werth sind. Diese Betrachtungsweise der jüdischen Vergangenheit ist namentlich in vielen gebildeten Kreisen außerhalb des Judenthums die allein herrschende geworden und hat als ein, das Licht der Bildung begleitender trüber Schatten auch unter den Bekennern des JudenthumS zahlreiche Anhänger gefunden. Als eine von beiden gleich weit entfernte und gleichsam in der Mitte Beider stehende Betrachtungsweise ist die historischwissenschaftliche zu nennen, die von Männern der Wissenschaft gepflegt und vertreten wird. Diese betrachtet zuvörderst da? jüdische Alterthum als einen integrirenden Bestandtheil deS mensch» lichen AlterthumS überhaupt und erklärt die Kenntniß der jüdischen Vergangenheit als einen Zweig vom Baume der Erkenntniß der menschlichen Vergangenheit.überhaupt für höchst wissenSwürdig. Den Bekennern deS JudenthumS gegenüber nimmt sie für die wissenschaftliche Erforschung des jüdischen Alterthum« noch besonders daS nationale Interesse und die Nattonal- 10*