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Der israelitische Volkslehrer · 1855-04-01 · Heft 4 (April 1855) · page 3

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 4 (April 1855)
Date
1855-04-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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126 Die verschiedeneu Auffassungsweisen d. jüdischen AlterthumS lichen religiösen Beziehungen für die Gegenwart zu erkennen und ihren erhabenen Geist für die'Zukunft fortzubilden. Dieses letztere ist namentlich Wesen und Aufgabe der Reform deS Zudenthums Trotz Derkennung auf der einen und Verdächtigung auf der andern Seite haben wir uns der schwierigen Lösung dieser Aufgabe unterzogen und wollen wir mit unbeugsamer Treue an ihr festhalten. Um aber diese Aufgabe unter uns selbst immer mehr zu deutlichem und klarem Bewußtsein zu bringen, wollen wir hier die verschiedenen Anffassungsweisen des jüdischen Alterthums und unsere Stellung zu demselben zum Gegenstand der Erörterung machen. — Es giebt vielerlei Gesichtspunkte, aus welchen die jüdische Vergangenheit angesehen und die Theitnahme für dieselbe bei dem gegenwärtigen Geschlecht der jüdischen Bekenner gewürdigt wird. Der eine Gesichtspunkt ist der talmudische, dessen Vertreter die Talwudgläubigen sich nennen. Dieser geht in seiner Verehrung der jüdischen Vergangenheit am weitesten, ja bis zur äußersten Grenze der Verehrung — der Vergötterung. Ihm gelten sammtliche Gesetze und Institutionen des jüdischen Alterthu«s als von Gott selbst eingesetzte und darum als ewige, für daS jüdische Volk mustergültige Vorbilder des öffentlichen wie deS privaten Lebens für alle Zeiten. Die Zukunft des Zudenthums ist nach ihm keine andere, als dessen Vergangenheit. Die Sehnsucht deS jüdischen Volkes kennt keinen würdigern Gegenstand und kein erhabeneres Ziel, als die vollständige, unverkürzte Wiederherstellung der jüdischen Theokratie in allen ihren bürgerlichen und religiösen Theilen. Diese ungestillte Sehnsucht hat ihren treuesten Ausdruck in den für den öffentlichen, wie für den häuslichen Gottesdienst bestehenden Gebeten der achtzehn Segensst>rüche, der Tefilla gefunden, worunter die Bitten um Sammlung der Zerstreueten im heiligen Lande s?12Z), um Wiedereinsetzung der alten Richter und Rathe unter der zukünftigen SottesherrschaftN^NTQI UVIN 7U^22 N'VSIN NI'WN, ferner um die Wiederkehr der Gottheit nach Jerusalem und die Wiederaufrichtung deS Thrones der jüdischen Könige auS dem Stamme David'S, und endlich die Bitte um die Wiederherstellung deS

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