Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 3 (März 1855)
- Date
- 1855-03-01
- Page
- – (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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zzg ______ Rtttttstoue«. ' - ' merkung deS Herrn Zellinek scheint einen SeiLenhieb gegen Diejenigen zu richten, welche heutiges TageS die Beschäftigung mit altjüdischea Schriften, tadeln und lieber ihren Fleiß auf Schriften verwenden, „die viel gelesen werden." Wir meinen, ein so fleißiger Forscher, wie Herr Zellinek, bedarf der Rechtfertigung nicht, daß er seine Muße der verlassenen Literatur widmet; er hat sich dafür den Dank aller Kenner erworben und darf darin eine Aufmunterung finden, nur fortzufahren, wenn er auch wenig Mitarbeiter oder Gleichstrebende gewinnen sollte. Zu solchen Arbeiten gehört allerdings nicht nur ein innerer Trieb, sondern auch Muße, gunstige Verhältnisse, und eine gewisse Geschicklichkeit, — Vortheile, welche heutiges TageS nur wenigen Gelehrten zu Gebote stehen. UebrigenS giebt Herr Zellinek eine kurze, sehr zutreffende Charakteristik der Anschauung Donolo's vom ölakrokosmos und blikrokosmos und von dem großen Einflüsse, den seine an sich ^o^emg^uälfangllchen lschrmen auf die angesehensten Schriftsteller der nächstfolgenden Jahrhunderte geübt haben. Der Zdeengang der angegebenen Schrift selbst, welche eine Einleitung zum Buche Zezirah, das Donolo erläutert, bilden soll, lehnt sich an den biblischen Ausdruck: »Wir wollen einen Menschen in unserm Ebenbilde machen," an, und muß nach der Anschauungsweise eines mit der Bibel vertrauern und der hebräischen Bildersprache sich bedienenden Schrift- "ftellerS aufgefaßt werden. Folgende Gedankenreihe wird darin ausgeführt. Gott bleibt dem Menschen unerforschlich. Selbst der reinste Geist vermag sich keine Vorstellung von Gottes Wesen zu schaffen. Die Propheten vernehmen seinen Willen, ohne ihn anzuschauen. Moses betete vergeblich um eine nähere Kunde, er sah nur Gottes Eigenschaften (Werke), eben so Zesaia in seiner erhabenen Vision. Eine Erscheinung des Unfaßbaren wäre des Menschen Tod, wie man schon, wenn ein Vergleich möglich wäre, auS dem Entsetzen sehen kann, das den Menschen beim Anschauen überraschender Erscheinungen ergreift. Deßhaiö erscheint die Gottheit sehr häufig in Menschengestalt, damit die Menschen nur ihres Gleichen zu sehen glauben. In der eigentlichen Offenbarung aber zeigte sich gar keine Gestalt, und Mose warnt wtederholentlich vor jedem Bilde von Gott, und so die spätern Propheten. Der Sinn deS obigen Verses kann also nicht sein, daß der .Mensch in seiner Gestalt der Gottheit gleiche, wie schon auS der Beschaffenheit des Leibes erhellt, die dem Bau deS thiertschen Körpers entspricht. (Hier folgt eine Beschreibung