Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 3 (März 1855)
- Date
- 1855-03-01
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3129675-3129718-3129721--1075-3131684- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
SedsdUtl Vonolo. tenswerth. Ganz abgesehen von der Bedeutung, welche die angesehensten Rabbinen dem naturkundigen Arzte einräumen, indem sie seine Schriften als Quelle für eine Wissenschaft, die der Mehrzahl der Talmudisten und der Bibel-Erklärer abging, benutzten, ist schon die Ausführung des Begriffs, welcher dieser Schrift zum Grunde liegt, merkwürdig, zumal im 10. Jahrhundert. Slc dient aber auch zum Beweise, daß Donolo, welcher sich^m^r^Ka^ balah, Astrologie und andern mystischen Lehren, wie es die Zeit mit sich brachte, vielfach beschäftigte und über dieselben schrieb, doch nicht dem Ab-rglauben verfiel, sondern in der Neligionslehre einen freien Blick behauptete. Wir lernen daher aus dieser Abhandlung nicht nur seine Geistesfähigkeit schätzen, sondern erkennen in ihr zugleich die allgemein herrschende Klarheit religiösen Ansichten, welche er hier seinen Glaubensbrüdern, die ihnen minder bekannte Anthropologie zum Grunde legend, vorträgt. AuS dem Gebrauche, welchen die Rabbinen von seinen Kenntnissen machten, ersehen wir, daß sie ihnen willkommen waren, wie Jellinek zur Genüge darthut. Ueber die wissenschaftliche Ausbildung Donolo's hätten wir gewünscht mehr zu erfahren, als die Paar Nachrichten von seinen Reisen und Forschungen in hebräischen, griechischen, arabischen, babytonischen und indischen Schriften. Wir möchten namentlich wissen, in welchen Sprachen die letztern zwei Arten von ihm gelesen worden; wollten wir auch das Persische zugeben, so können wir uns doch nicht überreden, daß ein Jtaliäner damals Gelegenheit gehabt hätte, indisch zu erlernen und indische Schriften zu studiren, wobei es noch eine Frage sein möchte, ob daraus viel Neues zu erfahren gewesen wäre. Die ältern Nachrichten sind oft sehr freigebig mit angerühmten Kenntnissen, namentlich mit Sprachen, wenn irgend . eine zufällig einmal erwähnt ist. Wir unsrerseits bezweifeln selbst dieKenntniß des Griechischen; denn vomHypokrates wußten schon die Araber genug. Durch diese Zweifel wünschen wir der Ächtung für Douolo nicht zu nahe zu treten, sondern nur die Vorliebe dahin zu mäßigen, daß sie nicht zu sehr übertreibe. Dsnols wußte ohne st bedeutende Luiguistik übe^^ für einen jüdischen Gelehrten jener Zeit. Eine zweite, aus gleicher Überschätzung hervorgegangene Bemerkung S. IV., daß nämlich Donolo, daS Urtheil kleiner Geister, „die jüdischen Weisen besäßen keine werthvollen Schriften über Astronomie" verachtend, seine ganze wissenschaftliche Energie auf die Erkenntniß und Erläuterung altjüvischer Arbeiten, gerichtet habe, — ist unS unklar geblieben, theils weil beides sehr wohl neben einander gelten kann, theilS weil er ja nicht bloß jüdische Astronomie-Werke erläutert hat. DieBe- V S