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Der israelitische Volkslehrer · 1855-03-01 · Heft 3 (März 1855) · page 18

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 3 (März 1855)
Date
1855-03-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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102 Die Karalten ia der Krim. Auch selbst auf die Religion der Aaralten scheint der MohamedaniSmus der Tataren von nicht geringem Einflüsse gewesen zu sein, so wie höchst wahrscheinlich selbst auf die Art und Weise, über Religion zu denken, augenscheinlich aber auf das Aeußerliche ihres Gottesdienstes. - Ihre Synagogen gleichen in ihrer schmuck- und geräthlosen Einfachheit vollkommen den Moscheen, wenigstens entschieden in der Hauptabtheilung. Nur ein kleiner Theil ist vorn gleich bei der Thüre davon abgesondert und mit Bänken verseben, wie man es in den Moscheen nicht findet, und über dieser Abteilung befindet sich die Gallerie, in welcher hinter einem Gitter die geschmückten Frauen prangen, und eine solche Frauengallerie fehlt in den Moscheen allerdings auch. Der übrige größere Raum aber bietet ganz den Anblick einer Moschee, er ist frei und der Boden mit Teppichen belegt, welche die Karaiten eben so wie die Mohamedaner nur mit bloßen Füßen betreten *), und auf denen sie beim Gottesdienste knieen, sitzen oder liegen. Es befindet sich in diesem ganzen Räume sonst weiter nichts als der Schrein, in welchem die heiligen Schriften aufbewahrt werden, und zu dem einige Stufen hinanführen. Zch wohnte hier am 20. September, an welchem Tage sie ihr großes Büß- und Sühnfest feierten, ihrem Gottesdienste bei. Sie begehen dies Fest eben so wie die talmudischen Juden, mit denen sie sonst viele Feste nicht gemeinschaftlich haben, nämlich die, welche nicht unmittelbar von Moses (?) selber eingesetzt worden sind, ganz so, wie auch die Protestanten die Feste, welche nicht unmittelbar aus der Bibel ihre Veranlassung nehmen, nicht mit den Katholiken feiern. Sie hatten ihre Pantoffeln, Schuhe und Stiefeln vor der Thüre gelassen und auf den Brettern eines Schrankes aufgehäuft, der wie ein reich assortirter Schuhmacherladen aussah. Die Synagoge war sehr gefüllt, und es war Gelegenheit genug gegeben, das tatarische Gepräge der karauischen Gesichtsbildung vielfach bestätigt zu finden und überall die Grundzüge dieses Gepräges wieder zu bemerken. Die Meisten hatten Kalpaks von den feingekräuselten Arim'- schen Fellen zur Kopfbedeckung. Keiner Wange fehlte jener oben bezeichnete Bartstreifen, und alle lasen eifrig in der Bibel (?), jedoch nur Einer laut, während die Anderen still folgten, bald *) Dieß liminrt sich wohl auf den Umstand, daß der Verfasser die Synagoge am DersohnungStag besuchte, an welchem das AuSnehen der Schuhe auch bel den talmuvlschen Juden als -ine Kasteiung (^V) erach- Ut wlrd. Aam. d. Red.2"

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