Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 3 (März 1855)
- Date
- 1855-03-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Gespräch zwischen einem Naböiner «. einem Laien. L. Za, es ist erbärmlich! Neulich äußerte sich Jemand, als er sich eben rasieren ließ: „Wenn unser Rabbiner dies zu thun erlaubte oder gar sich selbst rasieren ließe, sofort wurden wir ihn" .... Ich sagte: Hältst Du das Rasiren für erlaubt, warum soll denn der Rabbiner eS nicht als erlaubt erklären und selbst thun dürfen? Ist er denn nicht Herr über seinen eigenen Bart? — WaS meinen Sie dazu? R. Lassen Sie uns das nächste Mal Hieruber sprechen. (Wird fortgesetzt.) - «S tzOd»-- .' O? Die KaraRten in der Krim. (Aus Kohls Reift» in Südrußland.!S47. Baud II. S. 8!. ff.) (Schluß.) Nichts gleicht der prunkenden Pracht, mit welcher die karelischen Weiber austreten, doch tragen sie dieselbe in den Straßen von Odessa nicht so häufig zur Schau, wie die Frauen ihrer talmudischen Glaubensgenossen. Die karaitischen Weiber sieht man vielmehr nur in ihrer Synagoge oder im Innern ihrer Häuser im vollen Staate, und so lange sie am Sabbath über die Straße gehen, halten sie sich immer in ein großes europäisches Umschlagtuch gehüllt. Entweder fühlen sie, daß ihre orientalische Pracht zu sehr gegen alles übrige, sie umgebende Europäische absticht, oder es ist noch eine alte, furchtsame Gewohnheit, die ihnen von den Tatarenzeiten her anklebt. Genug, erst wenn der Thürwächter sie ins Innere des stets verschlossenen TempelhoseS eingelassen hat. lassen sie die Hülle fallen und daraus neben einem Paar schöner Augen alle die Strahlen ihres Goldes und ihrer Perlen hervorblitzen. Sie tragen alle, wie auch die tatarischen Weiber und die tatarischen Zigeunerinnen, das rothe Feß mit blauem Seidenbüschel auf dem Haupte. Sie erhalten dadurch etwas Männliches, ynd hübsche Karaiten- und Tataren-Mädchen kommen mir immer, des Feß wegen, wie junge Amazonen vor. Aber während das Feß überall, wo es getragen wird, bei den Männern einfach ist, ist eS bei den karaitischen Frauen dagegen mit Gold brodirt, und außerdem sind rund herum hebräische Buchstaben