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Der israelitische Volkslehrer · 1855-03-01 · Heft 3 (März 1855) · page 15

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 3 (März 1855)
Date
1855-03-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Stellung ». Wirksamkeit heutiger Rabbiner. AS StnneS eben so wenig Eindruck macht, wie daS bloße Reden Mose'S zu dem Felsen in der Wüste. Dazu kommt, daß Manner und Frauen, denen der Rabbiner wegen seiner religiösen Richtung oder aus persönlichen Rücksichten mißliebig ist, die beste Gabe nicht aus seiner Hand empfangen, die ausgezeichnetste Predigt nicht von ihm hören wollen und die Synagoge verlassen, wie er auf die Kanzel tritt, oder »gar nicht in Schul gehen,* nicht weil nicht, sondern eben weil gepredigt wird . . . Soll nun der Rabbiner jeden Sabbath predigen, um zu leeren Bänken und tauben Ohren zu reden, um Manchem Gelegenheit zu geben, ihn seine Rache und Feindschaft fühlen zu lassen? L. Leider nur allzuwahr!... Die jetzigen Rabbiner haben dagegen auch nicht so viel zu thun wie die früheren, die fortwährend „Lekaalos" zu paskenen hatten. R. DaS war aber auch Alles, was man von ihnen forderte, wag sie ohne kostspieligen Besuch von Gymnasien und Universitäten erlernten, und was sie in Ruhe übten, weil man es für ein gottseliges Werk hielt, einen Mann zu erhalten, welcher paskent, Thora lernt, ein ascetisches Leben führt und der Gemeinde Sündenbock ist, während ein solcher Mann seinerseits außer diesem Kreise des Thuns und Nichtsthuns kein weiteres Bedürfniß suhlte, für Schul- und Cultuswesen, für innere Verbesserungen in der Gemeinde und Vertretung der Synagoge nach Außen thätig zu sein. Jetzt aber ist das ganz anders. Für'S Koscher- und Trepha-Machen wird der Rabbiner nicht mehr angestellt, geehrt und bezahlt, die „kleine, aber mächtige Partei" des Stillstandes fordert gleichwohl dasselbe und das ganze Lernen und Leben von ihm, wie ehmals von dem Rabbi, und während die Fortschrittspartei ihm ein energisches Wirken in ihrem Sinne zur Aufgabe ^»»acht, ruft--ihu» jene zu: H'NZ? NLPN ^1 20 (die Hände in den Schooß legen, ist besser?). Ohne Hülfe und Unterstützung von der neutralen Armee der Zndisseremisten und der Freunde des Friedens ü tout prlx, steht so der Rabbiner im Kampfe zwischen zwei Feuern, und jedenfalls das Geschrei hinter sich vernehmend: »Wofür bezahlen wir den Rabbiner? Was haben wir von dsm Doktor?" — »

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