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Der israelitische Volkslehrer · 1855-03-01 · Heft 3 (März 1855) · page 14

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 3 (März 1855)
Date
1855-03-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Gespräch zwischen einem Rabbiner u. einem Laien. ihre» Rabbiner! Er soll ein gründlicher Hebräer, bewanderter Talmudist, ausgezeichneter Kanzelredner, praktischer Schulmann, treuer Seelsorger, fleißiger Schulgeher, schöner „Baal Mascha!" fem; er soll , um den lieben Frieden in der Gemeinde nicht zu stören, gegen seine Ueberzeugung lehren und leben; er soll nach dem Wunsche des Einen Dies und Jenes abschaffen oder einfahren, nach dem Verlangen des Andern Alles, nach dem Willen des Dritten gar nichts im Cultus-, Religions- und Schulwesen reformiren; er soll, ein Muster im Wohlthun und in der Uneigeunützigkeit. weder von Unbemittelten noch von Reichen Geschenke oder Sporteln nehmen; er soll mit Hillel's Geduld sein isolirtes Leben ertragen und auf collegialischen Umgang, dessen fich jeder Pastor erfreuet, verzichten, hunderte von Zerstreuungen und Genüssen, die sich selbst der Orthodoreste in seiner Gemeinde erlaubt, als Rabbiner entbehren! L. Dagegen predigt er auch nicht wie der christliche Geistliche jeden Sabbath. R. Diesen Vorwurf haben mir schon Einige gemacht, und zwar gerade Diejenigen, die kaum alle Rosch Haschana und Jom kippur einmal zur Predigt kommen. — Ich muß Ihnen aber bemerken, daß der christliche Geistliche jeden Sonntag eine Predigt halten muß, weil sie ein wesentlicher Theil seines Gottesdienstes ist, be5 uns aber ist sie noch immer etwas Neues, Unwesentliches, was daher, wenn'S sehr oft vorkommt und nicht durch eine besondere Veranlassung, durch Abwechselung des Predigers oder sonst einen Umstand den Geschmack immer von neuem reizt, bei dem ohnehin langen Gottesdienst, zumal im Winter, den Leuten lästig wird. Auch kann, wenn allsabbathlich eine Predigt gehalten werden soll, auf diese weniger Mühe und Zeil verwendet und sie so vorzüglich gut und befriedigend werden, wie die seltener gehaltene, zumal ein Prediger, nach einer langen Reihe von Jahre» immer vor demselben Publikum redend, sich leicht erschöpft. Sie erwarten aber auch überhaupt wohl zu viel von der Predig«, da ja doch das bloße Reden auf den Fels des starren orthodoren, wie auf den des indifferenten oder deS materiellen, »»ch am Sabbath vom Geschäft und offenen Laden gefesselten

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