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Der israelitische Volkslehrer · 1855-03-01 · Heft 3 (März 1855) · page 13

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 3 (März 1855)
Date
1855-03-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Stellung «ud Wirksamkeit heutiger Rabbiner. 97 R. DaS hieße, gegen den Strom schwimmen wollen. Vermochten die Propheten nicht, der Abgötterei zu steuern, wie soll das Beispiel deS Rabbiners, wenn er sagt: »Zch und mein HauS, wir wollen Gott dienen!", oder sein Predigen etwas nützen gegen den heutigen Götzendienst der Mode? Zumal da seine Glaubensgenossen, auf dem einzigen Gebiete deS Lurus emanzipirt, sich hier auch desto umfänglicher mit gleichberechtigter Eitelkeit geltend zu machen suchen. L. Wie konnten Sie aber vorher unsere Verhältnisse mit denen der Christen vergleichen? Die Christen besitzen reiche Airchengüter, aus welchen sie ihre Geistlichen und Schullehrer genügend besolden können, wir Juden müssen unsre Beamten auS unserm Beutel bezahlen. R. Könnten wir denn aber nicht ebenfalls Synagogengüter haben, wenn man nur den Synagogen luruS beschrankte und statt jedes überflüssigen „koroeketk^ oder silbernen „L2 ekaim" und dergleichen, einen Morgen Acker der Synagoge spendete oder vermachte? Das würde den Gemeinden festes Grundvermögen sichern und sie in den Stand fetzen, mehr RabbinatS- und Lehrerstellen zu fundiren, das würde die Abhängigkeit der Angestellten von den schwankenden Vermözens?erhäl:nissen der Gemeinden, von dem Geldbeutel und somit von dem Parteigeist der einzelnen Mitglieder der Gemeinde beseitigen, das würde endlich auch wegen ihrer Pension und ihrer Wittwen und Waisen, und somit wegen ihrer definitiven Anstellung, die Gemeinden sehr oft weniger bedenklich machen. L. Fürwahr, eine sehr beachtenswerthe Idee! Zndeß, wie die Verhältnisse jetzt einmal sind und in der That daS Gehalt der Rabbiner, Lehrer u. f. w. nur durch schwere Opfer aufzubringen ist, hat auch der Rabbiner sich darnach zu bequemen. R. Aber da sollte man auch das schwache Einkommen des Rabbiners berücksichtigen unv nicht eben so viel und noch weit mehr von ihm fordern, als eine christliche Gemeinde von ihrem reichbesoldeten Geistlichen. Was verlangt so eine, gewöhnlich aus den heterogensten Elementen des altorthodoren und modernen Judenthums zusammengesetzte Zwittergemeinde nicht Alles von

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