Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 3 (März 1855)
- Date
- 1855-03-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Bayerische Aammerverhandlungen meen. gibt. Diese Kopfzahlen sind also hier nicht so verächtlich, wo eS sich um dieses nur handelt. Man hat zwar ausgesprochen, eS könnte bei allgemeinem Stimmrecht am Ende eine ganze Kammer von Proletariern zusammenkommen. Meine Herren! Wenn unsere Gebildeten und Wohlhabenden nichts in die Wagschale zu legen vermögen; als ihre Bildung, ihre Wohlhabenheit, wenn sie nicht auch das Herz auf dem rechten Flecke haben, dann, meine Herren! verdienen sie keinen Vorzug. Es ist auch —Gott sei Dank — nicht so. Die Bildung, daS Vermögen, der Einfluß, und vor Allem, ich spreche mit Ihrem geehrten Ausschusse, der Charakter des Mannes, der auch reich sein kann, wird sich zu allen Zeiten Geltung verschaffen wie bisher." Herr vr. Ringler läßt sich in der allgemeinen Debatte über die Ausschließung der Juden folgendermaßen venehmen: »Es ist noch ein Wort zu sagen über den christlichen Staat. Ich muß bekennen, auch ich bin darüber überrascht und suche vergeblich nach Gründen, wie ein Ministerium, welches die Emancipation der Juden in dieses Haus gebracht und so warm vertreten hat, die Juden in diesem Gesetze ausschließen kann!" „Ich glaube, es ist nickt klug, die Juden politisch zu entmannen, und ich bin überzeugt, daß der größte Theil der Juden, der bekanntlich aus wohlhabenden Leuten besteht, so ziemlich konservativ sein würde, wenn das Zudenthum aus dieser unnatürlichen Stellung, in welche es durch die Gesetzgebung von Alters her gebracht wurde, herausgekommen wäre." Hierauf ergreift der Minister-Präsident das Wort, um den Gesetzentwurf gegen die Anschuldigung der Jnconsequenz zu vertheidigen und spricht sich über die Sache der Juden also aus: „Man hat diesen Vorwurf der Jnconsequenz ganz besonders daran geknüpft, daß im Gesetz-Entwürfe die Nichtchristen ausgeschlossen sind, und daran erinnert, daß dasselbe Ministerium die Emancipation der Juden vertheidigt habe. Ja, meine Herren, hierin liegt, wenn Sie wollen, eine Jnconsequenz; aber eine Jnconsequenz, die nach der Macht der Verhältnisse unvermeidlich war. Wir haben jenen Gesetz-Entwurf eingebracht und vertheidigt — er ist gescheitert, wse Sie wissen. Jetzt ist es inconsequent,