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Der israelitische Volkslehrer · 1855-03-01 · Heft 3 (März 1855) · page 9

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 3 (März 1855)
Date
1855-03-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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über die Zudenfrage. SS Majorität behaupten wollte, die Minorität müßte ausscheiden. Wohin würde das führen? Das würde zu Kämpfen der Confessionen selbst in der christlichen Kirche führen, die, ich hoffe es, nach einem 3vjährigen Kriege doch als beendigt zu betrachten sind. Wer solche Grundsätze der Ausschließung hat^wie kann der jenes „heilige" Rußland anklagen, welches Alle für nicht berechtigt erklärt und unterdrückt, die nicht die Lehren bekennen, welche im orthodoren Rußland aufgestellt sind? Das „heilige" Rußland zieht in diesem Augenblicke ins Feld : „den Stahl in der Faust, das Kreuz an der Brust," um „die Ketzer" zu bekriegen; ihm sind Ketzer alle christlichen Einwohner des übrigen civilisirten christlichen Europa's. Diese Grundsätze des christlichen Prinzips in einer solchen Zeit auszusprechen, — ich finde es für nicht rathsam. Wir leben in einer Zeit, von der man nicht weiß, was der nächste Tag bringt. Es ist möglich, daß wir in der nächsten Zeit alle Kräfte aufbieten müssen, um dieses „heilige" Rußland zu bekämpfen und uns seiner Glückseligkeit zu erwehren. Ich glaube, meine Herren, wenn die Mittel hiezu geschaffen, wenn die Soldaten gesammelt werden, die ihr Blut in diesem, ich sage, heiligen Kampfe zu vergießen haben, man wird die Juden nicht ausschließen, man wird ihre Steuern annehmen, ihre freiwilligen Beiträge, die vielleicht so groß sein werden, als die ihrer Nichtglaubensgenossen. Man wird die jüdischen Soldaten auch nicht ausschließen, und wenn ich überhaupt noch im Zweifel wäre über das Resultat der Beantwortung dieser Frage, ich bin überzeugt, die Minister der Finanzen und des Kriegs wurden diesen Zweifel lösen. Also, meine Herren, es ist möglich, daß wir Steuern zahlen, freiwillige Beiträge leisten, daß wir unser Blut vergießen für die Rettung dieses christlichen Staates, aber mitrathen, mitbeschließen sollen wir nicht!" »Wir sind auch nicht die allein Unglücklichen, die große Mehrheit des Volkes soll ebenfalls mit ausgeschlossen werden. Daß diese große Masse zu den großen Lasten des Staates in verschiedener Beziehung den größten Theil der Beiträge leistet, daß sie die große Mehrheit beiträgt, das habe ich schon früher bewiesen. Die große Masse ist es auch, welche die Kopfzahl zu unsren Ar-

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