Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1855)
- Date
- 1855-02-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Die 24 Bächer b. heil. Schrift v. vr. He^heiMec. 77 wie selbst die Bucher Koheleth und Job, welche die mächtigsten Zweifel gegen wesentliche Lehren der Religion anregen, darum dock nicht unterdrückt wurden, und ihre Aufnahme in die Bibel dieser auch weiter nicht geschadet hat. Wie ich aus diesem Gesichtspunkte keinen Anstand nahm, die Zweifel und Einwürfe der Kritik in den Einleitungen und an den betreffenden Stellen der biblischen Bücher anzuführen und zu würdigen, so trug ich auch kein Bedenken. bei den Getoten des Gesetzes die verschiedentlich vermutheten Gründe derselben zu erwähnen und zu prüfen. Sollte der Wahrheitsuchmde dies, wie die Biuristen gethan, unterlassen, weil das rabbinische Zudenthum dadurch untergraben, — beim Wegfall der angegebenen Gründe eines Gesetzes in unfern Zeiten etwa letzteres selbst als wegfallend und nicht mehr verpflichtend erachtet werden könnte? Aber Maimonides im More Nebuchim, Ebn Esra, der Verfasser des ^IZ'NN ILO, Abarbanel u. A. hielten ja auch nicht damit hinter den Bergen, ohne eine Unterwühlung des rabbinischen Judenthums zu besorgen, noch solche wirklich dadurch befördert zu haben. Ig das rabbinische Judenthum in der Gegenwart nicht thatsächlich vielseitig erschüttert, trotz der bisherigen ängstlichen Scheu vor dem Lichte wissenschaftlicher Erörterung der Gesetze? Wir halten die Aufsuchung und Angabe der Gründe und Zwecke der positiven Gebote der mosaischen Gesetzgebung an sich für berechtigt, von Vernunft und Wahrheit unabweislich gefordert, dem Geiste der Thora, die ihre wichtigsten Gesetze selbst begründet (vgl. z. B. 3. B. Mos. 20, 23—27), entsprechend, und sind überzeugt, daß sie nur zur innigeren Frömmigkeit und tiefern Verehrung der Bibel beiträgt, wie die Betrachtung der weisen Zwecke der Dinge in der Natur zur innigern Anbetung ihres Urhebers führt. — Ich glaubte endlich 4) durch die erbaulichen und homiletisch benutzbaren Anmerkungen das Lesen der Bibel anziehender und fruchtbarer zu machen, mit denselben sowohl dem Lehrer bei'm ReligionS- und Bibelunterrichte, als auch dem angehenden Prediger zur praktischen Anwendung zahlreicher Stellen und Benutzung manches Tertes oder Thema's nützliche Andeutungen zu geben, sowie überhaupt den Lesern und Leserinnen Stoff und Anregung zu weiterem Nachdenken zu verschaffen. Auch dem geübtern Prediger dürfte, den Commentar nicht selten ersetzende oder ergänzende Beigabe, die trotz der von der beabsichtigten äußersten Wohlseilheit deS Werkes bedingten Beschranktheit des Raumes doch die allermeisten Abschnitte der heil. Schrift und besonders im Pen-