Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1855)
- Date
- 1855-02-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Das phyßfche Reis!. 71 digung der betreffenden Knechtschaft nicht als ein Verhäng» iß (7NU), sondern eben nur als VorauS sag ung (MN^ N"UN) zu betrachten sei. Ja, selbst im Volksleben prägte sich diese Anschauung als ein Sprichwort auS, welches den besonders Unglücklichen als einen solchen bezeichnet, der keinen „Loekad^ (Stern) oder „ölagsal« (Gestirn) besitze^_Mnz^lIbeMnKim^ dem deutschen Ausdrucke «Unstern". Es durchdringt nämlich, wie bekannt, daS ganze talmudische Zudenthum jene astrologische Auffassung, wornach jeder Mensch von einem Sterne geleitet wird, in welchem sein Schicksal mit Flammenzügen von Gottes Hand geschrieben steht, und selbst die Ansicht j'tt (kein Gestirn für Israel — Sabbath 156 a) negirt keineswegs den Einfluß der Sterne auf das Schicksal des Israeliten überhaupt, sondern vindicirt blos dem Gebete und der besondern Frömmigkeit daS Vermögen zur Veränderung der Sternenschrift ^V), welche Gott durch Versetzung des ungünstigen Sternes an einen anderen, ihm günstigere Ausströmungen verleibenden Ort am Firmamente vollzieht*). So soll (Sabbath iki<Z.) der Herr der Heerschaaren den Stern Abrahams, Zedeck genannt, von der westlichen Himmelsgegend nach der östlichen versetzt haben, um den kinderlosen Erzvater zur Erzeugung eines Sohnes zu befähigen, und hierauf scheint sich auch die jetzt noch vielfach herrschende abergläubische Sitte^zw gründen, beim s. g. Sternensiuze die heißesten Wünsche rasch nach Oben zu senden, indem der Verende denkt: es könnte eben die Uebersiedlung seines Sternes stattfinden, und er müßie diesen Moment zum Erflehen seines Glückes ungesäumt benützen, bevor noch der dahineilende Seraph die neue Wohnung erreicht und damit das von ihm zu lenkende Schicksal besiegelt. Die göttliche 5) So nach Raschi'S Erklärung. Diescr gegenüber deuten freilich Jbn Ssrazu Lxoä. 33, 2!. und Abarbanel zu ^N71d?1 (Hanau. S. 271.) die Behauptung ^55155^?'d5 dem Sinne, daß daS, dem göttlichen Gesetze gehorsame Israel unter GotteS unmittelbarer Lenkung stehe und den Kderischeu Einflüssen gänzlich entzogen sei, und erkennen gerade in dieser Unmittelbarkeit daS eigentliche Wesen der göttlichen Providen; iNMVN)'» allein die betreffende talmudische Diskussion spricht gegen diese Auffassung. Die Rede ist hier überall nur vou der Aenderung des Sternes, und der beilsame Einfluß, den das talmudische Zudenthum der Aenderung des NamenS zuschreibt, beruht ohne Zweifel auf derselben Anschauung. Nach NachmanideS zu Genes.!ö, 5. konnten vermöge der Entscheidung der Sterne nur Abraham und Sarah, nicht aber Abram und Sarai ein Kind erzeugen (vgl. Rosch Haschanab!6, d.). E.