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Der israelitische Volkslehrer · 1855-02-01 · Heft 2 (Februar 1855) · page 15

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 2 (Februar 1855)
Date
1855-02-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Die KaraNe» in der Krim. SS stantinopel, verzweigten sich aber auch unter türkischer Hoheit in mehren anderen Städten von Europa. Ebenso kamen nun auch die Karaiten mit der turkotatarischen Herrschast unter Batü-Chan nach der Krim. Das Auffallendste bei dieser Verbreitungsgeschichte der Karaiten ist, daß alle diese Colonieen in Asten und Afrika, die doch den Daten zufolge, nach denen man anf ahren. Zustand schließen kann, im dreizehnten und vierzehnten Jahrhunderte recht blühend gewesen sein müssen, in den meisten Städten dieser Erdtheile mit der Zeit wieder fast spurlos verschwunden flnd. In den kleinasiatischen und syrischen Städten gibt es fast gar keine Karaiten mehr, eben so wenig in den Städten der afrikanischen Nordküste, mit Ausnahme Kahiras und der südlichen Provinzen Marokkos, in welchen letzteren besonders viele karaitische Gemeinden vorhanden sein müssen, da fast alle, selbst spätere Krim'sche Manuseripte auf sie als auf einen Hauptsitz der Karaiten hinweisen. Das Verschwind^n^der^ karaltischen Colonieen aus so vielen asiatischen und afrikanischen Städten erklärt man auf folgende Weise. Die Mohammedaner brachten eine Parthie ihrer fleißigen und ehrlichen karaltischen Freunde mit und siedelten sie in den von ihnen eroberten Städten an. In diesen fand sich aber gewöhnlich schon eine sehr starke Kolonie talmudtscher Juden seit alten Zeiten ansässig vor, die sich nun in ihrer Eristenz durch neu ankommende, abtrünnige und ihnen verhaßte Brüder bedroht sahen, und daher sogleich^mtt^dle- 4 sin einen Zntriguen- und gelegentlich auch wohl einen Waffen- L kämpf auf Leben und Tod begannen. In diesem Kampfe siegten?uun fast überall die schlauen, gelehrten und unermüdlichen Tal-? mudisten über die Karaiten, dle mit der Zeit fast überall wei- § chen mußten und deren Colonieen daher durchweg verkümmerten, ß ja meistens völlig verschwanden *). Nur im sudlichen Theile des europäischen Rußlands erging z es ihnen besser, und sie erhielten sich hier, vermuthlich weil keine ß Talmudisten am Hofe des ChanS sie bekämpften. Batü-Chan soll nur vierzig karaitische Familien mitgebracht und hier auf einem Felsen in der Nähe deS Standlagers (der Residenz) seines Krim'- schen Statthalters angesiedelt haben. Die Niederlassung, welche sie daselbst gründeten, nannten sie daher auch »Aürküwli* (die 5) Mehre Schriften, die sich in den Händen des gelehrten Vr. St., Director der jüdischen Schule in Ooessa. befinden, lassen keine andere Deutung zu, so B. ein Buch, auf-dessen Titel zu lesen ist: mGeschrieben im Jahre der Erschaffung der Welt____in der armen, von den Talmudisten gedrückten Gemeinde der Karalten zu Warna.*

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