Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1855)
- Date
- 1855-02-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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«4 Die Karben in der Krim. vierzig Mrthschaften), welcher Name sich aber späterhin verlor, indem die Ansiedelung sich vergrößerte und zu einem Städtchen anwuchs, besonders als sich aus jenem tatarischen GouverneurS- Standlager die Hauptstadt eines eigenen unabhängigen Chans entwickelte. Die Tataren nannten diese Stadt «Diuffut-Kale (Judenstadt), und dieser Name ist auch zu den Russen und in unsere geographischen Bücher übergegangen, wogegen dieKaralten, die nur die Talmudisten „Djuffut" (Juden) nennen, statt dessen bloS „Kal6" (Stadt) sagen. Von diesem Djuffut-Kal6 aus, welches sie als ihre Metropole verehren, haben sich nun die Karaiten in allerneuester Zeit unter dem Schutze des russischen ScepterS wiederum auf eine höchst merkwürdige Weise über viele südrusstsche Städte verbreitet. Die jetzigen numerischen Verhältnisse ihrer Colonieen sind folgende. Die ganze Stärke des VölkchenS mag sich etwa auf 4000 Seelen belaufen, von denen sich in der obengenannten in neuerer Zeit durch Auswanderung etwas geschwächten Metropole wohl kaum noch 1500 befinden. Nach Djuffut-Kal6 hat Eupatoria oder Koslow in der Krim die größte Colonie. über 800 Seelen, unter denen zugleich die wohlhabendsten Männer deS Stammes sich befinden, namentlich der jetzige Krösus der Kara?- ten, Schima Bob owitsch, dessen Name weit und breit unter ihnen verehrt ist, und der daher fast als das Haupt und der patriarchalische Vertreter des Stammes angesehen wird. Schima Bobowitsch ließ die türkischen Pferde, auf denen der Kauer Nikolaus bei seinem letzten Besuche die Krim'schen Gebirge bereiste, aufkaufen und kofibare Teppiche und Pferdegeschirre für ihn aus Konstantinopel und Smyrna kommen. Nach Eupatoria hat Odessa die stärkste karauische Colonie mit 31 Familien und nahe an 200 Seelen. Dann wohnen 10 Familien in Theodosia, 25 Köpfe in Schitomir. Auch in Wilna und an andern Orten LitthauenS sollen eS einige sein, so wie ebenfalls in Nikolajew, Taganrog und Cherson. Außerhalb Rußland befinden sich im südlichen Gallizien zwer kleine Gemeinden, die sich des Schutzes der österreichischen Regierung erfreuen, in Konstantinopel 30 Familie«, in Kahira über 200 Köpfe, in Jerusalem nur 4 Familien, in der Stadt Hit in Syrien aber wiederum 250 Seelen. Im Zahre 1837 waren zwei Karaiten nach London und zwei nach Petersburg gereist. So viel von der Geschichte und Statistik dieses kleinen Völka bitten so eigentümlich und ehrenw?n.??' dee Karauen überall, wo sie erscheinen,, sich eines NamenS erfreuen, denen großer Ruf mit ihrer geringen Anzahl