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Der israelitische Volkslehrer · 1856-12-01 · Heft 12 (Dezember 1856) · page 35

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 12 (Dezember 1856)
Date
1856-12-01
Page
– (sequence 35)
Language
German
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NüüdschLU. äußeren Gestaltung und Erscheinung desselben find dennoch geläuterte. Schon ,-ach englischer, aber auch alt-jüdischer Sitte wird Bibelkenntniß und häusliche Erbauung in der Familie sehr gepflegt, die Beteiligung am öffentlichen Gottesdienste aber ist mehr eine Lselirte, keine gemeinsame, wohl wie bei der Mehrzahl unsrer heutigen Glaubensgenossen wegen, nicht hinreichender Vertrautheit mlt der hebräischen Sprache. Hanptanziehungsmittel für die Theilnahme am hiesigen öffentlichen Gottesdienste bildete deßhalb auch dieser Familie die Predigt. Sie erwartete aus diesen: Grunde mit Sehnsucht die Rückkehr unserS Rabbiners von einer mehrwöchentlichen Reise und wohnte von da ab regelmäßig und mit Interesse dem hiesigen Gottesdienste bei. Frau o. R. iuteressirt sich nm so lebhaste? für predigten, weil sie selbst für die Londoner ^e-senool allwöchentlich eine den Fähigkeiten und Verhältnissen der Kinder entsprechende Predigt verfaßt und durch ihre Fräulnn Tochur vortragen läßt. Uufehlbar wirkt auch dies zurück ans die Bildung und Erhaltung des eigenen religiösen Sinnes und Lebens. Sogar während ihres hiesigen Aufenthalts hat Frau v. R. dieser Pflicht obgelegen. Die Predigten wurden während ihrer nnd ihrer Fräulein Tochter Abwesenheit von London durch eine der dortigen Lehrerinnen vorgetragen. Man weiß auch, wie außer den bedeutenden Gclvopfem, welche diese Familie jener Schule bringt, die Damen des HanseS ganze Tage dem Interesse derselben widmen. Das Lü wahre, alt-jüdische Frömmigkeit, welche Die Wohlthaten nicht, wie jetzt so häusig, auf Geldgaben beschränkt und mit dem. was vom Neberfluß gegeben wird, sich den Himmel zu erkaufen wähnt, sondern mit thätiger Hingebung und persönlicher Selbstaufopferung der eigenen Leibes- und Geisteskräfte dem Wohle der Menschheit dient. Von der materiellen Wohlthätigkeit dieses Hauses erhält man erst einen Begriff, wenn man bedenkt, daß die Privatwohlthätigkeit der Frau v. Rallein sich wöchentlich auf ungefrhr 100 einlaufende Bittschriften ausdehnt. So wird'S Manchen klar werden, warum nicht Aller Wünsche befriedigt werden können. Außer vielen einzelnen Gaben, welche hier direct oder durch die Hand des Rabbiners an bestimmte Personen vertheilt wurden, hat die Familie dem Rabbiner auch noch eine nahmhafte Summe zur freien Disposition hinterlassen. Einer solchen Familie gebührt das Lob und die Anerkennung aller nahen und fernen Juden. Solche Gesinnung und solches Wirken erregt Freude in Israel und bringt Segen von Oben. Aus dem Elsaß meldet „!e Neu ö'Isra«'!- die erfreuliche Kunde, daß bei der am S. Nov. stattgehabten Neuwahl für das Consistorium deS OberrheinS die „Fortschrittsparthei," durch die erzielte Wahl der aufgeklärten Herren Lantz. Mannheimer und See, einen großen Triumph über die „hyverorthovore Coterie" errungen. DaS bezeichnete Blatt, und das ist für uns eine neue angenehme Ucberraschung, drückt über diese Nie. Verlage der Orthodoren seme große Freude ans, und zollt dem Wahlkolleg den anerkennendsten Beifall, daß eS sich von einem Häuflein fanatischer Menschen endlich frei gemacht und bewirkt habe, daß nunmehr der Oberrhein seinen Rang im französischen Judenthum einnehmen und gleichen Schrittes mit den übrigen Konsistorien vorangehen könne. Was wird dazu der hyperorthodore Herausgeber des jüd. „Uni?ers" sagen? Wahrscheinlich ist dies die nunmehr emporgeschossene Saat der Aufklärung, die er ci-ävv »nt im Elsaß anSgestreuet. Also wachsen oft die Saaten deS Menschen über ihn hinaus, so daß der Zusammengeschrumpfte hinter ihnen Versteckens spielt. — Bei dieser Gelegenheit können wir nicht umhin, auf eine Stelle deS „lkn ä'Isrsel" (S- 114 d. I.) zurückzukommen, wo unser College, Herr Dreifuß, den französischen O. R. das Eompliment macht, für die Umficht, die sie gezeigt, ,a cooserver Z'ivt?Krs1iti? 6v notrv eulte tslwuäjyuo,

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