Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1856)
- Date
- 1856-12-01
- Page
- – (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3129675-3129764-3129777--1785-3131611- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
sso Hundschau. qu'ils sont!oiu äs warener sur ^es traees ävs raddius reformateurs äe w^ns Wer sind diese Reformrabbiner Deutschlands, die „unseren talmudischen CultuS „(ein ganz neues Phänomen, dieser unser talmudischer CultuS!) angetastet haben? Der verehrte HerrauSgeber des „Ueu^ nenne vkse „raddins r»5»rwat«ars"» gegen deren „rr^ces" er sein ^2 I^NO ausruft! Er war ^«selbst jüngst bei unserem hiesigen Gottesdienste anwesend — er rede! — waS hat er Antitalmudisches bei unS gefunden? — O der französische RadbiniSmuS wird wohl noch einen langen, langen Weg »n wansern habea, vis er auf seineu. Gottlob nnnmehr betretenen Reform-traees bei jener Einfachheit unseres „talmudischen CultuS" angekommen sein wird! Insofern bat daS „ils sollt low" seine. Richtigkeit, aber nicht zum Lobe. — Ihr lieben Freunde jenseits des Rheins, preiset diese deutschen ,,raddws reforwateurs"; denn ohne ihren erweckenden Ruf wäret Ihr aus jener Lethargie noch nicht erwacht, über deren endliche Besiegung wir Euch glückwünschend die Bruderband reichen.— Zu Nancy starb am 30. Qctober Herr M. I. Picard, ein um jüdische wie städtische Angelegenheiten sehr verdienter, von Mitbürgern und Glaubensgenossen gleichhochgeachteter Mann. — Wie die „^.renives Israelites" melden, so hat das Caufistorium;u Nancy daS Centcalconsistorium aufgefordert, dagegen Schritte;u thun. daß die Academie der Wissenschaften zu Paris in ihrem Wörterbuche den Namen Jude als gleichbedeutend mit Wucherer bezeichnete. Wir finden es sehr löblich, daß unsere französischen Cotlegen überallhin ihr Auge wenden, wo eS gilt, die Ehre unseres Namens in Frankreich zu wahren. — In gleicher Weise bittet das genannte Konsistorium, daß dahin gestrebt werde, den Name» „Judengasse", der nicht geeignet sei. daS Andenken trauriger Zeiten, die hinter uns liegen, zu verwischen, von den Straßen und dadurch aus den RegierungSacten zu entfernen. — Dasselbe Blatt bringt in seinem letzten Hefte ein wohlgelungeneS hebräisches Sonett von S. D. Luzzato in Padua au Herrn S. Münk, wegen dessen Herausgabe des arabischen „Zlore." Die Rabbiner von Pesth und Szegedin (Schwab und Lob) haben fich für Abschaffung der „Meziza" erklärt." (.4rea ) In Spanien wurde, durch Decret der Königin, an der Centraluniverfftät ein Lehrstuhl für hebräische Sprache errichtet. Wir hoffen, daß dieses Zeichen wissenschaftlichen Lebens ein Vorzeichen sein werde, daß Spanien jenen Weg verlassen werde, aus welchem es einst durch Ausstoßung der Araber und Juden die Wissenschaft und mit ihr die Cultur und Nationalwohlfahrt von fich gestoßen. Palästina. — Herr Albert Cohn gibt uns in einem von ihm soeben empfangenen Schreiben die Erlaubniß, Gelder für das gelobte Land an ihn zu adressiren. Von den Annalen der Gesellschaft zur Verbreitung der Zivilisation unter den Israeliten im Orient deren Administrator Herr Cohn ist, wird im Januar 5857 die erste Lieferung erscheinen. — DaS Rothschild'sche Hospital zu Jerusalem hat, zu Ehren des ehrwürdigen Stifters jenes Banquier-HauseS, die Aufschrist erhalten: „» Za memoire vsueres äe L-lsier Kotd5cbi!ä, «es tUs ^wsekel, Solomon, Katdau, (Warles st ^ames, daraus äs RotdsekLIä." Dieselbe Aufschrift ist auch hebräisch wiedergegeben. DaS HeSpital, von der edlen und hochherzigen Frau Baronin JameS v. Rothschild angekauft, ist mit W.0V0 Pf.-St. ----- 280.000 Francs von der Familie dotirt.