Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1856)
- Date
- 1856-12-01
- Page
- – (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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343 Auch in Lemberg ist die Predigerfrage zum Abschlüsse gekommen und Herr Schwab« cher auS Landsberg Wird jenen wichtigen Posten einnehmen, »achdem zum großen Bedauern der strebsamen Lemberger vr. Adler abgelehnt hatte. Unwillkührlich taucht bei der Erinnerung an Lembergs Pretiger das blutige Haupt Kohn'S auf. Wir haben keine Bemerkung hinzuzufügen, sie ergibt sich von selbst. Möchte das edle Opfer, das gefallen ist. die Gemächer versöhnen! — Zum Schlüsse noch die Bemerkung, daß das Lesebuch «Bne Zion" nicht mehr als obligatorisch bestehet. (üec^nzesest Zn xAe«!) — Ned.) AuS Kurbessen meldeten die Zeitungen, wie dort die Vertreter des Volkes den, von der Regierung auf Grund der Christlichkeit (??) des Staates, propouirten Abbruch der Rechte unserer Glaubensgenossen, die ihnen seit Jahrzehnten verbrieft und besiegelt wären, zurückwiesen, ja sogar neben der Gleichstellung der Juden auch die Gleichstellung des Judenthums, durch Berufung des LandesraböinerS in die erste Kammer, in Aussicht gestellt war. Die erste Kammer aber druckte den in Gerechtigkeit aufathmenden Geist der zweiten wieder znrück, und die doppelte Verneinung wird zur Bejahung des Unrechts. — Heil uns, daß die Volksvertreter von demselben RechtSgefühle mit uns durchdrungen find! Wir haben von jeher auf diese sociale Emancipation ein weit größeres Gewicht gelegt, als auf die, welche nur auf dem Papiere steht, und mehr als letztere war ja in thatsachkicher Beziehung diejenige unserer Brüder in Kurhessen auch nicht. Selbst Manner der Wissenschaft konnten erü durch die Taufe ihr Schifflein für die StaatSanstelluna flott machen. — De? Weg v.,m Pap,'-? .,, dn« H-r; deS BolkeS ist sehr "weit; daß aber die Emancipation sich vom Herzen des Volkes wieder auf's Papier verpflanzen werde, darum ist uns nicht bange. Duldet! Glaubet» Strebet! — Dieselbe Erscheinung in Schwerin! Dort macht die Regierung den Juden daS Recht zur Erwerbung von Grundstücken in den Städten, wo sie seit verbürgert find, streitig, während die Städte selbst gegen diese RegierangSmaßnahme. als einen Eingriff inihreRechte, Protestiren, und die Hauptstadt, als eclatante Ännvort auf jenes Ansinnen, den jüdischen Kaufmann Bernhard Cohen wieder zum Bürgerrepräsentanten gewählt hat. Wahrlich! im Herzen und Vertrauen unserer christlichen Mitbürger zu Atzen, das ist der wahre Grunderwerb! — Ihr aber, onhodore Brüder, die Ihr so sehr auf Euer „laNxdntK" gepocht, sehet, das ist das Seitenstück zu den Aik^s-Ordonanzen— Doch N^Q* — Aachen. In den letzten So mmermonaten bis kurz vor dem Beginn der Festtage weilte die Familie Lionel von Rothschild aus London Behufs einer Badekur hier. Ich rede hier davon, weil diese Familie nun einmal eine hervorragende Stellung unter den Juden einnimmt, und gerade deßhalb auch außer den politischen und commerciellen Beziehungen ihr Erscheine» in der Christenwelt Aufsehen erregt. Jedoch bin ich auch noch in andrer Beziehung gerechtfertigt, daß ich dieser Familie hier Erwähnung thue. Denn es hat für die Judenheit eine Bedeutung, daß diese durch ihre Erdenmacht und -guter so sehr hervorragende Familie noch so fest in 5er Religion des JudenthumS wurzelt. Die Mitglieder dieses Hauses hängen in der That «icht »ur nominel und formel dem Judenthum an, sondern mit wahrer Begeisterung und aus innigster Ueberzeugung. Sie find nicht durchaus gleichgültig gegen die ererbten Formen des JudenthumS, aber ihr: Ansichten von der