Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1856)
- Date
- 1856-12-01
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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Rundschau. gar r^nnigfach ausgebeutet worden. Sie, Herr Redacteur, sind sehr glücklich »a der Wahl der ^tssckaüm" Ich glaube daher, daß Sie gewiß einem wahrhasten Bedürfnisse abhelfen würden, wenn fie diese Gleichnisse gesammelt abdrucken ließen. DaS lesende Publicum und die Predigertvett würde Ihnen dafür gewiß ein herzliches x^z sagen. Wenn Sie mich nun fragen : Huiä vovi in Xnstrm? so könnte ich Ihnen wie jener Diener antworten, der gesragt^wirrde^ lm^ das Wetter sei: „gar kein Wetter," meiste er, „nebelig ist es." So stehet es bellaufig bei uns ans. nebelig? — Es scheint als wärde man vor vielen Geschäften gar nicht da;n kommen auch die trüben Angelegenheiten der armen Juden zu ordnen. Bald ist es die orientalische, bald eine andere Frage, bald aber auch eine ausweichende Antwort, wodurch die Judenangelegenheiten immer ans spatere Zeiten verschoben werden. Nach Außen gibt es daher eigemlich gar nichts, das verdienen würde aufgezeichnet zu werden. Ich wünschte ich hätte Ihnen dafür desto interessantere Dinge von der inneren Entwicklung zu berichten! — In BrüüN haben die Juden die Bewilligung bekommen als CultuSverein zu bestehen und nicht als Gemeinde. Es ist das ein Berhältniß wie es früher in Böhmen mit Ausnahme Prag's bestand. Jedem Mitglieds stand es frei nach Gmdünken zuD EslLuS beizutragen oder nicht. Daraus entsprangen mancke Unzukömmlichkeiten und machten die Stellung der Rabbiner und Lehrer, die eöuedieß nicht auf Rosen gebettet sind, noch schwieriger. Man braucht nur den kleinlichen Krämergeist der kleinen Gemeinden zu kenn?«, um zu ermessen wie da gewirthfchaftet wird. Man sinoet auch heute noch in Böhmen viele Gemeinden, wo ein Religionsweiser als Rabbiner fungirt. Es find nämlich Leute, die nicht Rabbiner sein können, weil sie nicht die nöthigen Studien gemacht haben und 122 die Functionen eines Rabbiners Aelschbeschaulich versehen. Hoff-n wir, daß i» Brünn nicht derartige Zustande eintreten werden. Wie ich höre, war bereits Herr Rabbiner Low als Rabbiner engagirt, jedoch folg: dieser dem Rufe nicht, trotzdem ^zegedin auch nicht als gelobtes Land gepriesen werden kann. Ich kann es nämlich nicht verschweigen, daß seit den Jahren H848 und 49 die Delatoren-Wirthschast in sehr betrübender Weise PtaK gegriffen hat. Wer gewissen Leuten nicht nach dem Munde spricht, gegen den werden alle Nittel in Bewegung gesetzt. — Doch lassen wir diese trübe Seit? unbetrschte?' Aehen wir zu?twas Erfreulicherem über. Zu Pesch wird eben jetzt eine israelitische Kuaben-Hauptschule begründet. Die erforderliches Geldmittel da;u werden von den CvntributionSgeldern, die Keldzeugmeister Haynau als Strafe von den Juden einfordert, be. stritten. Es gibt somit das abgepreßte Geld doch noch ein Labsal, das Von und Menschen erfreuen kann. Möge man dabei vor allem nicht vergessen, daß unsere Schule vom jüdischen Geiste getragen werden soll. Die Zeit ist vorüber, wo man sich schämte und scheute von diesem Punkte zu reden, ihn der Lejsentlichkeit gegenüber in Betracht zu ziehen. Kein jüdischer Zargou, keine jüdische Verkümmerung, aber jüdisch-regsamer, strebsamer Geist, jüdischer Staube muß daS Ganze beseelen. — In Pesth ist auch noch die Predigerftage an der TageS-Orduung, die in Wien bereits (!) gelöst ist. Herr vr. Zellinek, der unter dem jüngern Nachwuchs entschieden Zu deu hervorragendsten Kanzelrednern gehört, predigte in Wien und bereits ist derselbe gewählt. Möge er die Hoffnungen in Erfüllung bringen, die «an hegt! VI. SS