Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1856)
- Date
- 1856-12-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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346 Rundschau. (l822—24) siel die Organisation des hiesigen Schulwesens, und er wurde mit seinem Aollegen Simon Tannenbaum zur Leitung der hiesigen Schule berufen und eS war ihm gegönnt, 3! Jahre lang an derselben mit Gewissenhaftigkeit und ernster BeruiStreue zu wirken. Sein Wirken war segenSvoll in der Schule und in dem Verein, wo er die sabbathlichen Lclionen hielt.— Beim Erscheinen dcS Gesetzes vom 25. April 1828, das so bedeutungsvoll für die Israeliten Württembergs wurde, erkannte er als einer der ersten dieses Landes, wie nothwendig es erscheine, seine fünf Söhne ehrenhaften Beruftarten zuzuführen, eine Erkenntniß, die von dem schönsten Enolg aekrönt ward. Der älteste Svhn widmete sich, unterstutzt von glücklichen Anlag?::, der Theologie, und ist jetzt Rab diu ats-Verweser in Mer^enjheimder zweite, practischer A r z t dahier, genießt in jüdischen und christlichen Kreis.,, viel Zutrauen; der dritte ,st Rechtsconsulent im benachbarten Ulm, der vierte ist ein tüchtiger und belieb:er Kunst gärtner und der fünfte Oeconom. Die Schulkinder hingen an dem Verstorbenen mit besonderer Liebe. Aber auch die Gemeinde wußte die Verdienste des Verstorb»nen zu schätzen, so wie er auch bei den Vorgesetzten stets die gerechte Anerkennung gefunden. Abraham Sänger war ein Lehrer noch aus der alten Schule, der im jüdischen Alterthum zu Hause war. Jüdische und Allgemeine Geschichte war seine besondere Lieblings-Beschäftigung, womit er seine wenigen Mußestunden auszufüllen pflegte. Sein Andenken wird in hiesiger Gemeinde stets im Segen bleiben." Noch möge die Notiz hier angereiht werden, daß im jüngsten Sommer der hiesige jüdische Friedhof, ganz nabe am Ort. mit eu:er sehr schönen Mauer umfriedigt worden ist. Die Grabsteine wurden und werten neu restaurirt. Nebenan befindet sich, wohl eine SeUenheit in jüdischen Gemeinden, das jüdische Leichenhaus. Zum Schluß füge» wir noch die letzten Strophen aus dem Schluß der Leichenrede Hieher: -------Nah' vollendet ist die Mauer; Edler, du hast sie geweiht! Friedlich blickt der Ort voll Schauer, Nimmer eine wilde Haid'! — Sei du Zeuge nns'rer Gabe. Die gebracht dir Liebe hier; Schönster Preis von Eu'rer Habe, Bleibt dieß Denkmal für und für — Aus Oesterreich. Anfangs Nov. l656. — ((5orresp.) — Es kam mir erst vor einigen Tagen das Septemberhefl des VoltslehrerS zu. Als ich in den Predigten das sinnige Gleichniß von dem tranken Ja tob las, drängte sich mir folgender Gedanke auf — Seit den ältesten Zeiten haben unsere Volkslehrer und Redner Gleichnisse benutzt, um die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu fesseln. Ich erinnere nur an die großartigen Glticknine der Propheten. Es haben auch die späteren Redner des Talmuds dieses wichtige Moment nicht vergessen. — Und welcher Prediger der Neuzeit, der bereits längere Zeit im Amte stehet, hat sich nickt in der Lage befunden, daß er lange Ze»t im Midrasch und im Talmud eine Erzählung suchte, um seinen Vortrag zu würzen. Und allerdings muß man jetzt etwas längere Zeit suchen um etwas zu erzählen, das noch neu klingt. Denn man darf nicht vergessen, so sehr Talmud und Midrasch große Fundgruben sind, so find sie doch in letzter Zeit