Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1856)
- Date
- 1856-12-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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Z44 Rundschau. Gebäuden jedoch waren wir auch in neuerer Zeit nicht glücklich, denn die Bahnhofbauten gereichen leider unserer Stadt nicht zur Zierde. Mit deilo größerer Freude sieht man daher einen Bau seiner äußeren Vollendung entgegen gehen, der unsere Stadt wahrhaft schmücken wird. Wir sprechen vmi der neuen Synagoge. Dieser Bau, von Herrn Architekten Kayser erdacht und ausgeführt, entspricht in. jeder Beziehung seiner Bestimmung und obgleich an einem sehr ungünstigen Platz gelegen, macht er doch von jedem Standpunkt auS ein schönes Bild. Eine weitere Schwierigkeit bei dcr Ausführung dieses Bauwerkes war die Aufgabe, das Gemeindehaus mit der Synagoge zu verbinden und ist auch diese Aufgabe aufs Glücklichste gelöst. Der Stvl ist neu und trägt den Stempel sowohl der byzantinischen wie der maurischen Baukunst aufs glücklichste vereint. Er verbinoet das Zierliche mit einem gewissen Reichthum architektonischer und charakteristischer Decoration. Wie wir hören, ist das Bau-Eomite, welches aus den Herren Utlman, Springerund Höchberg besteht, damit beschäftigt, die Mittel zu beschaffen, welche Herr Baumeister Kaiser zur inneren Ausschmückung bedarf. Diese AuSschmükkung wird einfach und schlicht sein, ohne jedoch in Contrast mit dem Aeußeren zu treten. Nicht bunte Malereien und Vergoldungen sollen daS Auge von der eleganten und zierlichen Architectur abziehen, vielmehr soll dieselbe durch charaketristische Verzierungen in der Art und in dem Style, wie sie an dec Fa^ade sind, nvch verseineri und gehoben werden. ES ist mit Zuverficht vorauszusehen, daß dieß Gebäude nach seiner Vollendung eines der bedeutendsten Bauwerke der Neuzeit in künstlerischer Beziehung sein wird. Wie wir hören, beabsichtigt man eine Cetlecte zu veranstalten, um das-^unstwerk auchin letzterer Beziehung zu unterstschem Möqe diese Sammlung recht ergiebig sein, damit dieser schöne Bau auch in seiner innern Ausstattung auf eine der Frankfurter israelitischen Gemeinde würdigen Weise vollendet werden könne. (Didaökalia.) In Betreff der B. H. Goldsch m idt'schen Stivendienstiftung berichten die „.^redives Isräetttss" einen Irrtbum, als sei dieselbe für alle Studirenden, ohne Unterschied der Confession, gestiftet. Dieselbe ist nur für israelitische Studirende errichtet. Wir bringen, um allen Mißverständnissen zu begegnen, in unserem Ianuarhcfte die betreffenden Statuten in exteuso. Ans Nordamerika erhielten wir die tiefbetrübende Nachricht von - dem plötzlich eingetretenen Hinscheiden unseres verewigten College«, Herrn Vr. L. Merzbacher, weiland Predigers der Emanuel-Gemeinde zu New-Bork. Derselbe hat mit dem segensreichsten Ersolge eine lange Reihe von Jahren in dieser trefflichen Gemeinde gewirkt, welche sich durch ihn und an ihm zur ersten Gemeinde deS amerikanischen ContinentS herangebildet hat. Seine Gelehrsamkeit, sein Rednertalent, sein sanfter, menschenfreundlicher Charakter, seine tiefinnige Frömmigkeit bei entschieden freisinniger Richtung befähigten ihn zu dem wichtigen Amte, der Reform in New-Dork