Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1856)
- Date
- 1856-12-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Geschichte drr Juden v. Grätz. 3SS ßeren Sicherheit hatten die Hyrkanisten Aristobul's Frau unl) Kinder als Geißel in die Burg Baris, westlich vom Tempel in Haft gebracht." In der Note wird Josephus jiid. Kr. I. 5, 4. citirt. Dieses ist in so fern ungenau, als nach der citirten Stelle des Josephus nicht die Hyrkanisten nach dem Tode Alerandra'S, sondern diese selbst, als bei ihrer Erkrankung Aristobul mit seinen Anhängern alle, Bürgen W ^emäMgte. auf die flehentlichen Bitten des Hyrkan, Gattin und Kinder des Aristobul in die Burg Antonia, (die früher Baris hieß) festsetzen ließ. S 179. Nachdem der Verfasser die Dienste, welche Antipater dem JuliuS Cäsar, als sich dieser, nach dem Tode des Pompeju?, in Aegypten in einer gefährlichen Lage befand, leistete, und die Gunst und den Einfluß, den er dadurch bei Cäsar erlangte, geschildert hat. fahrt er also fort: „Vergebens suchte Alerander'6 Sohn Antigonos eine Unterredung mit Cä sar, worin er an die Treue seines Vaters und Bruders für die cäsarianische Sache erinnerte, in deren Dienste beide ihr Leben verloren baben, während Hyrkan und AntiPater seinem Feinde Pompejus anhingen." Nun heißt es aber bei Josephus in den beiden Parallelstellen (Alterth. XIV. 8. und jüd. Kr. I. 10.) ausdrücklich, daß Anttgonus, Aristo bu!'5 Sohn, bei Cäsar als Ankläger gegen Hyrkan und Antipatcr auftrat und dabei die Ermordung seines Vaters durch die Partei des Pompejus, weit er der cäsariauischen Sache anhänglich gewesen wav,— beklagte. Von einem Sohne Alerander's oder Enkel Aristobul's Namens Antigonus weiß die Geschichte überhaupt nichts. Wir haben im Druckfehlerverzeichnisse nachgesehen, ob dort nicht vielleicht Alerander's Sohn in Aristobul's Sohn verbessert wäre, fanden aber nichts darüber angemerkt, so daß wir daS Versehen dem Verfasser selbst zur Last schreiben müssen. S. 185 wird erzählt, daß Cassius, welcher die Einwohner von 4 Städten des jüdischen Südens, weil sie in der Bezahlung des auferlegten Tributs saumselig gewesen, als Sklaven verkauft hatte, auch dem Malich, weil er das Geld nicht eifrig genug beigetrieben, mit der Hinrichtung drohete, wenn nicht nachher der König sich ins Mittel gelegt und ein Lösegeld für ihn hergegeben hätte, „weil Malich der Einzige war, der es mit Hyrkan treu meinte." Mit der Treue des Malich gegen Hyrkan war es nickt weit her, denn Josephus berichtet sowohl in den Alterth. (XIV. 11.) als im jüd Kr. (I. 11.), daß Malich während Cassius mit vem Kriege gegen Antonius beschäftigt war, den Plan gefaßt habe, das jüdische Volk zum Abfalle von den Römern zu bewegen und selbst den Thron zu besteigen; „denn mit Hyrkan dachte er leicht fertig zu werden."