Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 11 (November 1856)
- Date
- 1856-11-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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zgg Die Zakobfoa'sche Wat'senanstalt ist, ringet immer mehr darnach, sich auszudehnen und auf dem angewiesenen Räume Geltung zu verschaffen. — Und der Mensch ist ein geistiges Wesen; als solches dem steten Wandel und Werden noch mehr unterworfen. Alle andere Geschöpfe der Welt, alle großen und kleinen Theile derselben erreichen durch die vom Schöpfer ihnen eingeprägte oder angeborne Kraft, d. h. durch sich selbst ihre Bestimmung; die kleine Pflanze wird durch sich selbst zum Baum, das Thierlein wird auf eigenen Füßen groß; nur der Mensch, das Meisterwerk der Schöpfung genannt, kann gleichsam nur am Gängelbande groß werden; er muß und soll geführt werden durch seines Gleichen. Zuerst trägt und bewegt nun die Mutter den jungen Weltbürger nicht nur mit der eigenen Hand, sie kräftigt ihn vielmehr unmittelbar durch ihre eigene Kraft, Kind und Mutter sind eins — sie, die Liebende, giebt ihm Liebe und Leben am und oom eigenen Herzen, das Kind weiß sich durch die Mutter mit der ganzen Welt identificirt; es kennt kein fremdes Wesen; die Außenwelt und sein Dasein bilden eine Einheit, und so ist der Säugling an der Mutterbrust — der wahre und reine Kosmopolit. Nun kommt aber die Dienerin im Hause und trägt und gängelt daS Kind schon nicht mehr mit der unmittelbaren Kraft der Liebe, sondern im Dienste des Lohnes thut sie gar oft Vieles, was für das Kind nicht geschehen sollte; das Kind wird gewartet von^ der Wärterin, die gewöhnlich mehr der eigenen Bequemlichkeit als des wahren Gedeihens ihres Pfleglings gedenkt. Und doch ist diese zweite Periode schon so wichtig in der Erziehung; daS Kind wählt und verwirft hier schon nach Gefallen. Nicht seb ten daher wird schon durch die Wärterin der junge Kosmopolit aus dem rechten Geleise gebracht, er geht oder fühlt sich in der Fremde. ES ruckt nun heran die dritte Periode, die Zeit der künstlichen Erziehung und Bildung des Menschenkindes, und da muß der Erzieher fürwahr ein wirklicher Künstler sein, wenn auch er bloß „um des Lohnes willen" dienet und doch segensreich und gedeihlich auf seine Kinder einwirken wM nicht die Liebe zu Gott, die Liebe zu dem, den er in seinem Ebenbilve erschaffen, zu Gebote, dann bauet der größte Erziehungökünstler vergeblich, all sein Mühen ist umsonst, er erziehet keine Kinder nach dem „Herzen Gottes;" seine Künste sind der nichtigen Leerheit entsprungen und sie erfüllen auch daS Herz deS Empfängers mit Leerem und Gehaltlosem, ,?ot,u Wadoku.* Ist er aber von ächter — ich meine gewiß nicht frömmelnder und heuchlerischer oder überspannter — Liebe durchdrungen, dann wird ihm gar Vie-