Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1856)
- Date
- 1856-10-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Rundschau. immer sehr ungern gewählte Äittel der Einlaßkarten Zutritt gewähren läßt, dränget uns, und gewiß vielen Gemeiudeangehcrigen mit unS, den innigsten Wunsch auf, daß, wenn es irgend möglich, wir nicht zum fünften Male die heiligste Zeit des Jahres in den hiefür so ungeeigneten Räumen feiern möchten. Ueber die Frage der Möglichkeit steht uns natürlich kein Urtheil zu; es ist dieß Sache der Bau-Kommission und namentlich des Herrn Architekten, der stch in dem Bau ein ewiges Denkmal gesetzt hat. — -Wenn GesundheitS-Rückfichten es erfordern, daß das massiv und schwergebaute Haus statt eines zwei Jahre austrocknen müsse, so ist dieß bei einem Gebäude, welches für Jahrhunderte errichtet ist, ein zu sehr in die Wagschaale fallender Umstand, als daß dagegen die, wenn auch sehr bedauerliche Verschiebung der Einweihung um ein Jahr von Gewicht sein könnte. Möge daher die löbl. Bau-Commisfion diesem Gegenstande, nachdem nun das Heiligthum zu unserer aller Freude bis zum Schlußsteine sich erhoben bat, ihre Aufmerksamkeit und Untersuchung widmen'. Möge sie baldmöglichst nch darüber Klarheit verschaffen, od die Einweihung auf das nächste üosek Ua- »ek»n»-Fest für möglich oder unmöglttt/ zu erachteir^ev^wicyllge Kragen, als der Druck des Gebetbuches, die Gründung eines Synagogen- Gesa ng-VereinS, die Bildung eines Frauen-Comitv's für Anschaffung der betr. heiligen Gerüche und Gewänder, die ernstliche Anregung zu weitere» Stiftungen und Spenden Behufs der inneren Ausschmückung — alles dieses, ob eS jetzt oder später geschehen solle, ist durch die Frage der früheren oder späteren Einweihung bedingt. Der Enthusiasmus ist überall Sache des Momentes; der rechte Moment, nicht zu frühe und nicht zu spät, muß daher auch bei de^-hsittgsten-Angflegenheit, welche nun bald Alle beschäftigen sott, die in unserer Gemeinde für eine zeitgemäße Gestaltung und Wiederbelebung unserer gottesdienstlichen und dadurch unserer religiösen Verhältnisse Sinn und Interesse haben, ganz besonders im Auge behalten werden. Wir hielten es für nothwendig, zur ernstlichen Erwägung und Besprechung dieses wichtigen Gegenstandes durch diese Zeilen rechtzeitig anzuregen. (Beim Schlüsse unseres Heftes hören wir mit Vergnügen, daß zur Einweihung auf Neujahr 5618 gegründete Hoffnung sei.) AuS Mainz wird unS die erfreuliche Kunde, daß die Bildung der dortigen Separatisten-Gesellschaft dem Besuche des Gottesdienstes in der Gemeinde-Synagoge keinen Eintrag gethan habe. Dort war auch die Constituirung eines BruchtheilS zum Sonderbunde noch weit weniger motivirt als hier. Wenn wir hier zu Frankfurt, nach langem, vergeblichen Warten auf die Alten, die Beschlüsse der R. V. ausgeführt, so ist in der Mainzer Haupt- Synagoge, mit wenigen Ausnahmen, Alles beim Alten geblieben. Die dortige Reform beschränkt sich ziemlich auf Das, was jetzt die französischen O. A. gleichfalls legalisirt haben. Kein Jota vom Schulchan Aruch ist in Mainz angetastet worden — was konnte die Leutchen dort bewegen, sich zu trennen? den Bettelsack umzuhängen, um für Zank und Zwiespalt ei» Haus zu baue»