Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1856)
- Date
- 1856-10-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Unterricht «ch Grziehsug leudea Herzen kommen, werden eines wirksamen Einflusses nicht entbehren. Aber die Erkeuntniß deS Verstandes und die Wärme des SefnhlS werden oft von der Sinnlichkeit zurückgedrängt und überwältigt. Das Kind gehört ja an und für sich noch mehr der Sumenwelt an. Die ErknmLmK ist noch dunkel, der Verstand schwach, das Gefühl veränderlich. Das Streben der Schute muß also hauptsächlich dahin gerichtcr sein, der Sinnlichkeit entgegenzuwirken; dieß gilt besonders in unserer Zeit. Groß ist das Verlangen und Streben auch unter uns nach Vergnügungen, die um so mehr gesucht werden, je mehr sie der Sinnlichkeit schmeicheln. Gesellschaften. Gasthäuser, Tanze, Bälle find es. auS welchen oft so manches Gift sich bei der Jugend einschleicht. Nimmt man noch hinzu die Leih- und Lesebibliotheken mit so vielen unreinen, schlüpfrigen Büchern, welche von Jung und Alt mit wahrem Heißhunger verschlungen werden und die für jede bessere, ernstere Lektüre abstumpfen, so find das wahrhaftig keine Mittel, die Bildung des Herzens und edle Richtung des Willens und Geistes zu fordern. Einfachheit, Herzlichkeit und Häuslichkeit haben in niederen und höheren Ständen nachgelassen, und find Kleiderpracht, Prunk- und Genußsucht. Spiel und Verschwendung, Heuchelei und Gleißnerei an ihre Stelle getreten. Wie kann nnn die Schule diesem Hange zur Sinnlichkeit entgegenwirken? Durch Entfernung dessen, was diese erzeugt und reizt; durch Unterdrückung der Vergnügungssucht; durch Zucht und Sitte; durch nützliche Beschäftigung und Verbannung des Müßiggangs; durch Gewöhnung an die genaue und freudige Erfüllung jeder Pflicht. Die Macht der Ordnung und Gewohnheit ist groß. Sind diese auf's Gute hingelenkt, verliert die Sinnlichkeit viel von ihrem verlockenden Reiz. Gewohnheit zum Guten wird auch zur zweiten Natur, und Ordnung ist der Anker deS sittlichen Lebens Biel kann die Schule hier wirken, aber leider nicht AlleS! Der Lehrer hat nur wenige Stunden deS TageS die Schüler unter seiner Aufsicht. Wohl kann er erziehend, lehrend, ermunternd, lobend, tadelnd, strafend einwirken; kann auch durch Aufgaben für Beschäftigung außer der Schule sorgen; kann aber nicht auf alle Umgebungen in und außer dem Wohnhause, nicht auf daS dortige Thun und Treiben der Kinder sein Auge richten. Er muß dieses der häuslichen Erziehung und Aufsicht überlassen. Diese ist vo» überwiegender Bedeutung. Die erste Erziehung beginnt daS Haus. Hier bekommt daS Kind die erste Lebensrichtung und zugleich die bleibendste Sie ist dieß nicht nur. weil sie die erste