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Der israelitische Volkslehrer · 1856-10-01 · Heft 10 (Oktober 1856) · page 8

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 10 (Oktober 1856)
Date
1856-10-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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268 " - Uaterricht und Erziehung. für etwas Beseligenderes halten, als die bloS irdischen Vortheile de5 materiellen Besitzes. Diese Vervollkommnung deS HerzenS und Willens ist so wichtig und erhaben, daß man meistens nur sie allein im engern Sinne „Erziehung" nennt, und nur von dieser, nicht von Erziehung im Allgemeinen und deren Regeln, soll hier die Rede sein. SS fragt sich also zuvorderst: Wie soll die'Schule zu dieser Erziehung mitwirken? Die würdigste Art, dem menschlichen Willen eine Richtung zum Sittlich Schönen und Guten zu geben, ist der Unterricht in der Religion. Lernt der Zögling hier das Göttliche klar _begreifen und tief erfassen, mit unverfälschter Einsicht und ungetrübtem Blicke, prägt er sich jene erhabenen Vorstellungen in sein zarteS Herz, erfaßt er sie in seinem Gemüthe, das rein und unschuldig jedes guten Eindruckes fähig, so wird er auch immer das Sittlich-Schöne und Gute zu erstreben sich bemühen. Sollte es nun auch bei vielen Schülern seine großen Schwierigkeiten haben, solches zu erzielen, so ist und bleibt doch die Erkenntniß deS Himmlischen und Göttlichen immer der edelste und menschenwürdigste Bestimmungsgrund für die Bildung und Richtung deS Willens. Die Schule muß also das Gute und Göttliche kennen lehren, je nach dem Grade der Empfänglichkeit ihrer Zöglinge. Wirken noch anderweitige günstige Verhältnisse mit, so wird die Bemühung nicht ohne Erfolg bleiben. Der Zögling ^vird nach und nach im Fortschreiten der Jahre und mit dem Zunehmen der Kräfte die religiösen Wahrheiten, die guten und göttlichen Lehren erkennen lernen, und diese Erkenntniß im Leben in Anwendung bringen. Außer dem Religionsunterrichte kann die Erkenntniß und Liebgewinnung des Reinen, Guten und Göttlichen noch weiter gefördert werden durch erhebende Andachtsübung, die heiligend auf das Gemüth der Kinder einwirkt; durch das Besprechen religiöser Feste und Feierlichkeiten und deren historisch - große Veranlassungen; durch zweckmäßige Benutzung der sich ereignenden Vorfälle ^deS^ LebenS und-Htnweisung auf deren sittlichen Ursprung und Folgen; durch passende Beispiele auS der biblischen- und Prosangeschichte, wobei oft ein nur wie unabsichtlich ausgesprochener Gedanke tiefer eindringt, haftet und nachhaltiger wirkt, als ein langer Vortrag und eine mit allen Arten von Beweisen ausstaffirte und verwässerte Lehre, die der Zögling langweilig oder gar nicht anhört. Nicht minder dürste von gutem Erfolge sein, dafür Sorge zu tragen, den Kindern nur solche Bücher zu ihrer Sek-

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