Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 9 (September 1856)
- Date
- 1856-09-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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2S8 Rundschau. — Zu Betreff uaserer MZttheilung auS Heusfenstamm bei Offeubach ss. Zan. Heft d. Z), wo wir gegenüber der herzlosen Ausschließung jüdischer Kinder von einem Zubilarfeste des dortigen Geistlichen, an Viesen die Frage stellten: ob auch sein Herr und Meister die jüd. Kindlein von seiner Liebe äuSschloß? hat ein Misjiouair sich die Mühe gegeben, diese Frage, nebst dem geschilderten Hergang, englische» Kindern vorzulegen und theilt unS in dieser Beziehung eine Reihe von Antworten mit, worin die gefragten Kleinen ihre Entrüstung über daS Benehmen des römischen Priesters zu erkennen geben. Der Einsender knüpft daran die Bemerkung, daß eS nicht evangelische, sondern römischkatholische Unduldsamkeit sei, die zu solcher Handlung befähige. Wir unserseits lassen das dahingestellt sein; wir wissen, daß eS unter allen Confesfionen Menschen gibt, die Gott durch ihre Liebe gefallen und solche, die ihm durch ihre Lieblosigkeit mißfallen. Unsere Aufgabe ist eS nur. die Wölfe im Schmelze ihres heuchlerischen UmwurfS zu entkleiden, wo wir sie uns entgegen finden, unter Juden, Katholiken oder Protestanten.— — Von Herrn Buchhändler Brenner dahier ist unS ein Buch zugegangen, betitelt «der Jude," nach der fünften Auflage des englischen Originals, von Alfred Meyers (einem getannen Juden). Es ist eine Wiederaufwärmuug des alten Kohls, aus vieldeutigen Schriftstetlen die Messtanität Jesu und die Dreieinigkeit (II) heraus- oder vielmehr hinein zu deuten. Wir haben unsere Zeit besser zu verwenden als auf die Besprechung solcher Schriften. Wenn man in die Herzen der getauften Juden schauen könnte, namentlich derer aus Polen, die ßch den Bibel- und MissionSgesellschaften hingeben, so möchten „die Freunde des Reiches GotteS" wohl erstaunen, wie viele dnrch Brodstellen, und wie gar sehr wenige durch Bivelstellen bekehrt wurden. Doch DaS beruhe auf sich. Allein wenn S. 155. l56 und l57 j. nes Büches von „(Zojim", „rixdl«," und „lolek" die Rede ist; wenn diese Eiseumengeriana wieder aufgefrischt und in unserem Frankfurt, freilich mit einer süßsauren mvstischpietistischen Liebeleisau?e darüber, übersetzt und in unsere edle deutsche Sprache gebracht werden, von der wir glaubten, daß ße mit dergleichen nicht mehr besudelt werden würde: so müssen wir vagea/n «uS feierlichst verwahren, die Zusendung solcher Bücher als ungebührlich zurückweisen und unseren Mitbürger. Herrn Brönner, freundlichst ersuchen, das Gebräu, was er auS der genannten Küche dem deutschen Pnblico zu kosten geben will, erst selbst genau zu prüfen, ob es auch durchweg für deutsche Gaumen paffen möge. AuS Würtemderg wird uns von einer Eingabe der dortigen Borsäug er an die israelitische Oberkirchenbehörde berichtet, um die von dicser Behörde her ihnen drohende Ausschließung von Predigtabhaltungen, waS deaselbea bisher gestattet, ja auferlegt war. zu beseitigen. Wir fanden diese Tingabe als von inniger Derufsliebe eingegeben und mit ebensoviel Offenmuthe als Vertrauen zu der vorgesetzten Behörde vorgetragen. Die Bittsteller