Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 9 (September 1856)
- Date
- 1856-09-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Sää Bedeutung angeht, so muß maii Mschen Bar-MiM-Pflichtige kett und -Feier unterscheiden. Die Pflichtigkeit ist auch für die Mädchen im Gesetze ausgesprochen, die Feier übet für diese nicht Sitte geworden, weil sich die orientalische Abgeschlossenheit des weiblichen Geschlechts in unseren Synagogen erhalten hat. Freilich hat man auch schön vor Jahrhunderten darüber debattirt, ob Frauen zur Tora zu rufen seien, aber ohne Erfolg. Vielleicht sind das aber auch Anfänge dazu, um die dicken Synagogenmauern> welche man zur Trennung der Geschlechter errichtet hatte, zu durchbrechen. (Möchte DaS so zu empfehlen sein? — Red.) — Darum beschränkte sich die Feier ehemals auf die Knaben, während die Pflichtigkeit sich auf beide Geschlechter erstreckte. — Was aber bedeutete, worin bestand diese Feier? ES hatte der Knabe seine religiöse Selbstständigkeit darzuthutt. sich und Anderen zum Bewußtsein zu bringen, daß er nicht bloß den Jahren, sondern auch der geistigen Entwlckelung nach kein Unmündiger mehr sei (P^STDN jNI'» Dieß die Bedeutung der Feier. Die Form der Feier war je nach Ort, Person. Umständen und Zeit verschieden. Gewöhnlich geschah gar nichts, als daß der Knabe zur Tora gerufen wurde und^dieLenediktion sprach, worin er sich als ein Mitglied der religiösen Gemeinschaft und so als Träger der göttlichen Lehre bekannte. Oder er trug an dem betreffenden Sabbathe selbst aus der Tora vor, sei eS den Abschnitt, wozu er gerufen ward lZILNS), oder die ganze Perikope (7NNO). eine Sitte, die aus Mangel an technischer Befähigung*) immer mehr abhanden kommt. Oder es gab der »!5ar mi-lna« gar größere Proben seiner erlangten Gesetzeskunde; er hielt einen religiösen (?) Vortrag (TlllNl) Wir sehen also, für fchneidung und Opfer selbst bei heidnischen Völkern vorhanöen. bevor sie mouotheifirt wurden? —DaS Volt ist einmal an den Namen Confirmalio« gewöhnt, und ein Mädchen „Bar-Mizwa" werden zu lassen, möchte lächerlich genug klingen uuv wenig Anklang finden. — Red. 5) Wohl auch aus Einficht, daß dieses vxus oxeratum entweder den Knaben innerlich gar nichl. oder auch, was noch schlimmer, in einer Weise berührte, daß dadurch nur seia Stolz gesteigert und so im erste«! Momente seiner Wichtigkeit zu dea „Äi-votk* sogleich der Keim zum pharisäische» Hochmuth gelegt wurde._I____Bed. 20*