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Der israelitische Volkslehrer · 1856-09-01 · Heft 9 (September 1856) · page 4

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 9 (September 1856)
Date
1856-09-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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245 vr. Einhorn iu die Emauu-Gl-Gemeinde die gottesdienstltche Form war zu jeder Zeit in Israel eine große Latttüde auch bei der Bar-Mizwa-Feier gelassen. Wesentlich war für sie stets nur eine Kundgebung der erlangten Gesetzeskenntniß und Gesetzpflichtigkeit Seitens des Lar misna, auf daß er nunmehr wie einer der anderen volljährigen Söhne Israels gelte. Etwas anderes kann und soll unsere Cvnsirmaiions-, oder wie wir vorschlagen, Bar-Mizwa-Feier auch heute nicht sein, kein Aufnahme-Akt in den Bund Israels, keine Vereidigung in demselben (lOPl auch kein Gelübde l^M! sondern eine öffentliche Darlegung der erlangten Gesetzeskunde (die Prüfung) und Kundgebung des Bewußtseins von der erlangten Wichtigkeit, dieses Gesetz zu erfüllen (das Bekenntniß, welches ik und sein soll, sowohl ein Bekenntniß von den Lehren des Glaubens, als von den Pflichten der That). Wesentlich ist demnach zweierlei: die Prüfung und das Bekenntniß*). Man könnte sagen: die Prüfung geht mehr den Verstand, das Wissen, das Bekenntmehr das Herz, das Gefühl an — und dient zum Beweise, daß man die Lehren nicht bloß in den Geist, sondern auch in das Herz aufgenommen; denn so erst gibt der junge Jsraelite Bürgschaft, nicht daß er sie vollführen will, — das muß er,— sondern daß er sie vollführen wird im Leben. Was wäre da nicht jüdisch, was wäre va christlich, antireligiös oder nicht wesentlich zu nennen? --------- »»»tt^— M«. vr. Einhorn und die Emanu-El Gemeinde zn New York Je schmerzlicher eS ist, wenn wir so oft die Beispiele in der Geschichte sich wiederholen sehen, wie die Aämpfer für Sicht und Wahrheit gewöhnlich mit Verkennung und Undank belohnt werden, und oft erst lange nach ihrem Tode auS dem umgepflügten Selbst das Ablegen eines GlaubenS-VetenutnisseS halten wir für ungeeignet, da eS das Judenthum leicht dogmatisiren könnte. Red.

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