Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1856)
- Date
- 1856-07-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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ZYH Der neue Ritus : Hler also tritt dieses Gebetbuch am Schärfsten mit dem alten Rituale in Conflict. und von einer „Platform" des Talmuds kann füglich hier nicht mehr die Rede sein. — ES muß nun zugegeben werden, daß die aufeinander folgende Abhaltung von Lekaekaritli und >Iu3ak als ein schädliches, dte Hoheit und den Eindruck des Gebetes beeinträchtigendes opuz operatum erscheine. Ursprünglich war Das anders. Das »8ekaedaritk« war Morgen-, das „ölusak^ Mittags- (oder Vormittags-) Gebet. Dasselbe Verhältnis; bestand zwischen ölineka und Uaaribd; jenes war Nachmittags-, dieses Abend- oder Nachtgebet. Als man aber sich daran gewohnte, die beiden letzteren täglich, die beiden ersteren an Säbbath- und Festtagen in unmittelbarer Folge zu verrichten, so gab und gibt dieses eine Wiederholung derselben Sprüche, welche bald jeden denkenden Synagogenbesucher als unnöthige und daher störende Tautologie erscheinen muß, die den Gottesdienst verlängert und anderen Elementen den gebührenden Raum entzieht. Zur Beseitigung dieses großen Uebelstandes hat man bereits in vielen, großen und kleinen Gemeinden wieder zu der »llasedeuma/ dem Früh-Gottesdienste, gegriffen sodaß der ö!u3af-Gottesdienst, beginnend mit der Tora-Vorlesung, zum Haupt-Gottesdienste wird, eine Einrichtung, welche sick in mancher Beziehung empfiehlt, vorzuglich aber dadurch, daß sie unS nicht zwingt, das herkömmliche 5lu8ak zu beseitigen, was aus den Gründen, die wir bei unserem betr. Votum auf der hiesigen Rabbiner-Versammlung auseinandergesetzt, zu widerrathen ist; abgesehen davon, daß uns dieser Modus beim Gottesdienste des Neujahr- und Versöhnungstages, an welchen Tagen das Musaf unentbehrlich ist. mit unS selbst in Widerspruch bringen würde. — Dennoch kann nicht geläugnet'werden, daß die Verlegung des „Sekaekaritk^ in eine frühe Morgenzeit der Bedeutung dieses, in seinen verschiedenen Bestandteilen höher als das ölusat anzuschlagenden Gebetes großen Eintrag thun müsse. In der Gebet- Ordnung zu Aachen hat man eS deßhalb zum Gegenstande des Reformgottesdienstes gemacht, das Zlusak aber in der ganz alten Form belassen, sodafi nach vollendetem Sekaedantk fast Alle daS Gotteshaus verlassen und nur das Häuflein der Altrituellen zurückbleibt. Dieß ist, als eine verächtliche Behandlung deS Gebetes, zu mißbilligen. Das New-Dorker Gebetbuch ist daS erste, welches das ölusak, mit Ausnahme des Versöhnungstages, gänzlich abstellt, an welchem Tage sogar das : höchst auffallender Weise figurirt. Wir können Das, wie bereits bemerkt, nitt billigen; doch müssen wir eingestehen, daß durch diesen entschiedenen Schritt und Schnitt in die alte Ordnung