Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1856)
- Date
- 1856-07-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Fortschritt im Pentateuch. 20l fühl bauet sich im Pentateuch so allmalig und fest auf vom Fundamente bis zum Dache, entwickelt sich an der Hand deS geschichtlichen und praktischen LebenS so lebendig und naturgemäß und darum so fruchtbar, daß die Bücher MoseS nicht allein als Quelle der vollkommensten Gottes- und Religionslehre zu betrachten, sondern auch hinsichtlich der Methode des Religionsunterrichts jedem Religionslehrer als Muster gelten dürften. — L. Zeigt sich denn aber auch in der Gesetzgebung des PentateuckS eine solche fortschreitende EntWickelung? R. Allerdings. Sie werden diesen Charakter des Fortschritts überhaupt im Pentateuch bemerken. So z. B. läßt gleich sein erstes Kapitel die Schöpfung nicht mit einem Male fertig dastehen, sondern in sechs Tagen das Eine nach und aus dem Bndern sich herausbilden. Warum sollte er nun auch bei den übrigen Schöpfungen GotteS, bei der Entstehung der geistigen, religiöi'en und sittlichen Weltordnung, eine andere Weise der Hervorbringung annehmen und denselben einigen Gott in seinen Gesetzen für die Menschen sich anders offenbaren lassen, als in den Naturgesetzen? — Gewiß, es läßt sich der Fortschritt der pentateuchischen Gesetzgebung, auch abgesehen von dem erwähnten 1 Kap. der Genesis^an und^für sich an so vielen Stellen nachweisen, daß er kaum zu bezweifeln ist, und eben selbst wieder als ein Beweis für die Einheit und Übereinstimmung im Pentateuch gelten kann. L. Wollten Sie mir dies an einigen Beispielen zeigen? R. Den ersten Menschen wird nur Pflanzenkost und nur Herrschaft über die Thlere (1. M. 1., 28. 29.), den zweiten Stammeltern des Menschengeschlechts dagegen (das. S, 2.) auch die Zhiere zur Nahrung zugewiesen, die nun in Schrecken llZN-NQ'!) vor ihnen leben sollen. Wegen dieses anscheinenden Widerspruchs schreiben Manche diese Angaben verschiedenen Verfassern zu. Ist eS aber nicht natürlicher, daß ein und derselbe Erzähler einen Fortschritt der Menschen in ihren Nahrungsmitteln annimmt, so daß sie von der Fluth an auch Fleisch gegessen und in Folge dessen die Zhiere in Schrecken gesetzt haben, als daß ein Sammler zwei sich widersprechende Angaben neben-