Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1856)
- Date
- 1856-07-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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200 ReligkonSgeshrSche. An der Grenze dieses Landes stehend (5. B. Moses), Angesichts deS Götzendienstes da drüben, der die Einwandernden zum Abfäll von ihrem treuen Gotte führen möchte, hat ihr besorgter Führer nichts angelegentlicher vor seinem jetzigen Scheiden von ihnen zu thun, als ihnen die Einheit und Geistigkeit ihres unter keinerlei Bild zu verehrenden Gottes aufs Gründlichste einzuprägen. Darum vervollständigt und wiederholt er jetzt seine frühern Warnungen und Gesetze in Betreff der Abgötterei: darum ruft er jetzt so nachdrücklich ...!?QN „Höre Israel, der Ewige unser Gott ist einzig. Der Ewige ist der wahre Gott, außer ihm ist keiner!" (5. B. M. 4, 35. 39). Erst jetzt war auch die religiöse Bildung Israels so weit gediehen, daß Mose es auf den Höhepunkt der Gotteserkenntniß führen konnte, wo eS seinen einzigen Gott als seinen Vater erblickt und sich in einem kindlichen Verhälmiß zu ihm fühlend, fähig ist, ihm mit aufopfernder, begeisterter Liebe anzuhangen. Erst jetzt, nachdem Mose seinem Volke die seit 40 Jahren erfahrenen wahrhast väterlichen (5 B. M. 8, 5) Wohlthaten und Liebeserweisungen Gottes gegen Israel vor Augen führen und in der Berufung Josua's zum Führer ins verheißene Land die treue Fürsorge Gottes für die Zukunft nachweisen konnte, war der erhabene Standtpunkt erreicht, auf welchem er seiner Gotteslehre die Krone aufsetzen mochte in den Worten: „Kinder seid ihr des Ewigen! Du sollst den Ewigen, deinen Gott lieben von ganzem Herzen. Zst er nicht dein Vater?" (5. B. Mos. 6, 5. 14, 1. 32, 6). Erscheint Ihnen nun dieses Fortschreiten der Gotteslehre in den wichtigsten Entwickelungsstufen des Gottesgedankens und des religiösen Gefühls nicht höchst angemessen ver Natur, dem Leben und geschichtlichen Verhältnisse des Volkes, welches aus der Roh" heit des Sklavenwesens inmitten des Götzenthums zu einem heiligen, in innigster Gemeinschaft mit Gott lebenden Volke sich herausbilden sollte? L. Sicherlich ist darin die göttlich weise Erziehung zu erkennen, welche ihr Werk so tief gründete, daß der Bau nun schon seit Jahrtausenden feststeht. R. Wahrlich, die GotteSerkenntntß und daS religiöse Ge-