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Der israelitische Volkslehrer · 1856-06-01 · Heft 6 (Juni 1856) · page 29

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 6 (Juni 1856)
Date
1856-06-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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lS2 Rundschau. jährlich am BatentinStage protestantische, tathol. und jüd. Kinder, mit dem WeL in der Hand fröhlich und mnnter herumlaufen, — alle vom Bande her Freude umschlungen. Diesem entspricht bei uns auch die Neuzeit! Seit dem November v. Z. hat die königliche Regierung der Pfalz eine PenfionS-Anstalt für Lehrer au den deutschen Schulen m'S Leben gerufen, deren Grundkapital dadurch zu Stande kam, daß jeder Lehrer, Verweser und Gehilfe 5 pr. C. seiner Besoldung als Kapitalseinlage und 2 pr. C. als jährlichen Beitrag zu leisten habe. Für manchen Lehrer hätten diese momentane Beiträge die Summe von ZV A. und darüber erreicht, und würden, auch bei dem besten Endzweck, in einer Zeit, wo alle Lebensbedürfnisse einen enorm hohen Preis haben, drückend geworden sein. Der Stadtrath Dürkheims hat dies wohl eingesehen, nach Einficht gewürdigt und beschlossen, für sämmtliche Lehrer der Stadt ohne Rückficht auf Religion die nicht unbedeutende Einlage in jene PenfionS- Anstalt aus städtischen Mitteln zu decken. Eben so sorgen de? Stadtrats und die Schulcommission — letztere aus Geistlichen der verschiedeneu ReligionSgevossen bestehend—für die Bedürfnisse sämmtlicher Schulen, ohne daß eine Ausnahme oder gar Zurücksetzung bemerkbar wäre. UeberdieS werden die Besoldung für den jüdischen Lehrer, Bücher für arme Schüler, die Miethe für den Lehrssal und die Beheizung desselben — Alles aus der städtischen Kasse bezahlt. Stellt man solche Handlungen neben jene, Eingangs erwähnte, so ergibt sich ein gewaltiger Unterschied in der GefinnungS- und Anschauungsweise der handelnden Personen, und Dürkheim steht wohl als Muster einer Stadt-Gemeinde da, in welcher «,die Brüder"— die verschiedenen GlaubenS-Angehürigen — »in Eintracht zusammen wohnen" ächter Bürgerfinn und freund nachbarlich es Zusammenwirken zu finden ist, und in der die Stadt- Behörde, den Herrn Bürgermeister an der Spitze, alle Religionsgenossen mit Liebe behandelt. AuS dem Fürstenthum Waldeck. — Mai 1856. — Als ein eifriger Leser Ihres sehr geschätzten -VolkSlehrerS« fühle ich mich verpflichtet. Ihnen einige Mittheilungen für denselben von dem Verhältnisse der im Waldeck'schen wohnenden Juden zu geben. Ich hoffe, daß fie Ihnen erwünscht find; denn gewiß denken Sie in theilnehmender Liebe eben so gut an die Brüder der kleinen, wie der großen Lande - ^'F' Die Juden des Fürstenthums Waldeck, die vor!848 noch Schutzjuden waren und mit dem leidigen Matrikelwesen viel zu kämpfen hatten, find seitdem den christlichen Unterthanen ohne auch nur die geringste Ausnahme gleichgestellt, somit gibt es hier für die Juden in staatlicher Hinficht kein ausscheidendes Judengesetz. Bei jedem Schwurgerichte waren noch immer mehrere Juden Geschworene, was sehr viel sagen will, da die Zuden Waldecks erst den einhund^'ften TheL! der Bevölkerung bilden. Herr Wittgenstein in Corbach war schon Landtagsmitglied, Herr Dr. Baruch in

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