Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1856)
- Date
- 1856-06-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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Rundschau. den, welcher zum Zwecke hat, dem ohne Verschuldung dienstunfähig gewordene» Lehrerpersonal an den deutschen Volksschulen der Pfalz eine hinlängliche Pension zu gewähren. Z. 2. Als dienstunfähig ist das Lehrerpersonal zu betrachten, welches in Folge hohen Alters, Krankheit oder sonstiger unverschuldeter körperlicher oder geistiger Gebrechen nicht mehr im Stande ist die Pflichten seines Schuldienstes zu erfüllen." Wer bedenket, wie doppelt unglücklich sich bis jetzt ein des Dienstes unfähig gewordener iSrael. Lehrer fühlte, und wie schwer es mancher unvermögenden iSrael. Gemeinde fiel, außer den Gehaltsbezügen des im Berufe wirkenden auch noch theilweise das Auskommen des im Dienste der Gemeinde unfähig gewordenen Lehrers herbei zu schaffen; der wird gewiß die Anordnungen königl. Regierung in Hinsicht der Gründung des gedachten PenfionSvereinS mit Freuden aufgenommen haben. Zugleich müssen wir dankbar sehr vieler Gemeinden gedenken, die mit der humansten Bereitwilligkeit für ihre Lehrer, ohne Unterschied der Konfession, deren EinlagS-Beiträge aus den Gemeindekaffen bestritten, und wo dieses nicht geschehen ist, übernahmen meistens die iSrael. CultuS-Gemeinden für ihre Lehrer diese Verpflichtungen. Don der Haardt. — (Eingesandt) 3m Januar-Hefte Ihrer hier mit febr vielem Interesse gelesene Zeitschrift findet sich tn de? „Rundschau,,, daß bei einer 25jährigen Dienst-JubiläumS-Feier in Heusenstamm bei Offenbach die dortigen jüdischen Schüler, die sich bei der Feier betheiligten, so lieblos behandelt, und daß diese unschuldigen Kinder, als ihre christlichen Mitschüler vom Jubilare mit Wecken beschenkt wurden, leer und verhöhnt ausgehen mußten. Wohl Jeder wird dieses Faktum mit Indignation gelesen haben; den Schreiber dieses hat es mit Schmerz erfüllt und ist er im Stande dieser stark nach dem Mittelalter riechenden Handlungsweise aus der neuesten Zeit ein Gemälde aus alter Zeit gegenüber zu stellen, dessen Farben geeignet sein dürsten, jenen widrigen Eindruck zu verwischen und dafür! einen weit freundlicheren zu erzeugen. In Dürkheim an der Haardt (bayrische Rheinpfalz) besteht eine aus dem Jahre 1509 von Valentin Ostertag und dessen Ehefrau Margaretha errichtete Stiftung*) — SechSteralmosen genannt — deren Zinsen zu wohlthätigen Zwecken, als.- zur Ehesteuer, zu Stipendien für unbemittelte Studireude, zur Unterstützung verschämter HauSarmen zc. verwendet werden. Namentlich und ganz eigenthümlich werden aus dieser Stiftung nach dem Witten des Testators jährlich am ValentinStage —!4. Februar— alle Schüler Dürkheims und deren Lehrer mit Wecken beschenkt. Der Stifter, ein protestantischer Christ aus dem IS. Jahrhundert und ein Kinderfreund hat die Religion nicht als Scheidewand benutzt, und so sieht man *) Stschichuich« Gemälde «m5 dem NheiRkeif- Bsyei-S!Z. Heft S!S7 ff. vo? I. G. Lehma-» — Heidelberg bei G. Reich«rd, lS34.