Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1856)
- Date
- 1856-06-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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ErbammgSbuch Hecht. 185 hat, ein Fortschritt zum Besseren: die vorliegende Arbeit des strebsamen und fleißigen Herrn Hecht ist als ein weiterer Fortschritt willkommen zu heißen, obgleich dieselbe hinter dem erwünschten Ziele immer noch weit zurückbleibt. Die Schwierigkeiten einer solchen Arbeit können übrigens nicht geläugnet werden, indem dabei auf das, besonders in den betreffenden Schicksalen und gemüthsumdüsternden Zuständen subtil und ängstlich bewachte Herkommen mehr als sonst Rücksicht genommen werden muß. Dennoch hätte der Herr Verfasser, ohne selbst von orthodorer Seite großen Widerspruch zu erfahren, etwas reformatorischer zu Werke gehen dürfen. Es gilt dieß zunächst von den Uebersetzungen, die bei einem solchen Andachtsbuche Bearbeitungen sein müssen, wenn sie den Zweck der Erbaulichkeit erfüllen sollen. So z. B. ist die wörtliche Übersetzung der ^^iäui^ (S. 46) eine große Zumuthung für Jemanden, der sich nicht ganz als Zuchthauscandidat fühlt; in gleicher Weise S. 23, wo des „nicht natürlichen (?) Todes, der Ausrottung mit Kinderlosigkeit" :c. ängstlich erwähnt wird; welcher Gebildete kann solche Dinge mit Andacht beten? Ebensowenig können wir für den denkenden deutschen Leser die Aufnahme des kabbalistischen Gedankens billigen, daß die „gelernten" heiligen Worte dem Kranken als Verdienst möchten angerechnet werden! Kindisch ist die Spielerei (S. 46), daß für den Kranken in der Synagoge die Psalmen nach den Anfangsbuchstaben seines Namens mögen gebetet werden, sodaß wenn Jemand „^kida" hieße, für das „Lupk" der hundertste Psalm, — 7N1N^ — ein heiterer Dankpsalm müßte gebetet werden, was sich zur Fürbitte für einen Schwererkrankten wenig schicken möchte. Solche Dinge gehören in „LetümmuZek l'ekMim^ da man noch die Psalmen als Hausapotheke und Nniversalmittel gebrauchte, aber gewiß nicht mehr in ein Andachtsbuch unserer Zeit. Die Verwerflichkeit des »Setunui kasekem« (daß nämlich dem Kranken ein anderer Name und dadurch ein anderes Schicksal gegeben werde) ist in diesen Blättern (Jahrg. V. S. 225, Jahrg. VI. S. 24) bereits mehrfach nachgewiesen worden, als ein Mißbrauch, der noch dazu auf Mißverständniß der betreffenden talmudischen Stellen beruht. In gleicher Weise verwerflich halten wir die in den hebräischen Gebeten auf dem Friedhose durchgängig festgehaltene Anschauung, daß die Seligen angerufen werden sollen, um für die Irdischen vor Gott zu beten; eine Aiterirung der so wichtigen Lehre deS Judenthums, daß wir im Gebete Niemanden anrufen sollen, außer Gott allein. Auch sonst sind diese lebete voll des krassesten kabbalistischen Unsinns, und eine Läuterung wäre hier sehr an ihrem Platze gc-