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Der israelitische Volkslehrer · 1856-06-01 · Heft 6 (Juni 1856) · page 23

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 6 (Juni 1856)
Date
1856-06-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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186 Recenstouen. wesen. Dazu ist daS Hebräische auffallend nachlässig gesetzt; j. B' S. 20: ZNS S. 276: von ähnlichen groben Fehlern wimmelt das ganze Buch. Wir können dieß durch die Entfernung des Verfassers vom Druckorte und durch den wahrscheinlichen Abdruck von einem corrupten Eremplar wohl erklären, aber nicht entschuldigen. Die nennens- und anerkennenswerthen Vorzüge des Buches bestehen darin, daß es zum Erstenmale den Inhalt der betreffenden Gebete in deutscher Schrift wiedergibt, und solche durch eine größere Anzahl neuer deutscher Gebete, geeignete Betrachtungen und Übersetzungen aus älteren und neueren asketischen Schriften, anregende und belehrende Winke in Betreff der Gebräuche bei Kranken, Sterbenden und Verstorbenen, sehr bereichert. Wie der Hr. Verf. die von vr. Ältschul mit so großem Rechte geradelten Mißbräuche in einer Anmerkung S. 329 historisch motivirt und so gewissermaßen rechtfertigt, will uns nicht einleuchten; Mißbräuche werden deßhalb nicht heilsam, weil sie früher oder später auch bei anderen Religionen sich vorgefunden. — Die beigegebenen Grabschriften sollten, wenn man doch dergleichen ausnehmen will, gut stvlisirt, einfaches und gutes Hebräisch sein; sodann läge in der Sacke immer ein Fortschritt. Dieß ist aber hier zu unserem Bedauern nicht der Fall. Dinge wie <S. 352): "l'ZNl'Q 2*?2 81N NP'H^. muthen einer nachsichtigen Beurtheilung doch etwas zuviel zu. Naiv erschien uns in den deutschen Grabschristen die auf eine Braut: „Den du hier dir hast erwählet, dein wird er im bessern Lande." — Wenn wir schließlich über das vorliegende Buch ein Gesammturtheil fällen sollen, so möchte es in Folgendem gegeben sein: für Landgemeinden wird dasselbe von großem, wahrhaft segensreichem Nutzen sein; für deren Standpunkt und Bedürfniß ist dasselbe berechnet und zureichend und können wir es bestens und nachdrücklich empfehlen. Für das so dringende Herzensbedürfniß aber von Lesern aus höheren Ständen in den bezüglichen Lebenslagen, wo daS Her; sich so innig nach den Tröstungen des Glaubens sehnet und der erbauungsuchende Leser, wie die erbauungsgewährenve Religion gleich sehr gewinnen, ist ein entsprechendes Buch noch ein Werk der Zukunft.

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