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Der israelitische Volkslehrer · 1856-06-01 · Heft 6 (Juni 1856) · page 7

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 6 (Juni 1856)
Date
1856-06-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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170 Die israelitische Schule Gelegenheit haben, zu lehren," so wird man uns zugeben, daß auch unsere israelitischen Kinder, die bekanntlich in der Intelligenz, wie im Fleiße anderen keineswegs nachstehen*) und denen daS Hebräische von HauS und Synagoge auS keine eamera odseura ist, gewiß während achtjähriger Schulzeit, wie sie besonder» in Württemberg für dieselben, ohne Ausnahme, festgesetzt ist, —neben etwaigen Handarbeiten und den gewöhnlichen Elementarkenntnissen und Geschicklichkeiten, auch im Hebräischen zu einem erwünschten Resultate geführt werden können; zumal die religiös-moralische Bildung, die so viele Nahrung auS hebräischen Schriften zieht, stets Hauptsache bleiben muß und die, wie ich oben schon bemerkte, so innig mit der Anpreisung des Fleißes unserer Hände verknüpft ist. Ferner : sollte die frühe Gewöhnung israelitischer Pfleglinge zur Handarbeit unS nicht schon wegen ihrer Jugend am Herzen liegen, so sollten wir dies wegen ihres späteren Alters nicht außer Acht lassen, wo ste gleichsam wieder Kinder werden. Denn wie oft sehen wir leiden unsere Alten, die wie gewöhnlich in ihrer Zugend zu keiner Arbeit erzogen wurden, den Lebensabend in der peinlichsten Langweile, entweder im bloßen Müßiggange, oder mit Kartenspiel und faulem Geschwätze zubringen, nicht selten ihren Gemeinden zur Last fallend, während leichte Handarbeiten auch noch auf dieser hohen Lebensstufe von ihnen verrichtet werden könnten, zum Frommen ihrer Seele, zu ihrer Ernährung und Ergötzung! Sollte jener königliche Sänger, der den Händefleiß mit der Gottesfurcht so nahe zusammenstellt und über ihre Verbindung ein Heil anstimmt, nicht auch mit dem „Frommen, den er in der Zugend und im Alter beobachtete und den er nie verlassenund feineKinder Brod bettelnd gewahrte" (Ps. 37, 25), Denjenigen gemeint haben, der mit seiner »Frömmigkeit" auch eine zweck- *) Worüber ich in Nr. 25. und 26. des württtmb. katholischen Schul- Wochenblatts vom Juni!854 einem unserer Gegner, der in eben diesem Blatte früher behauptete: »Die Juden seien ein in der Bildung sttlleftehende« Volt,-- in einem offenen Sendschreiben ernstlich zurecht gewiesen habe.

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