Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1856)
- Date
- 1856-06-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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inrb die Handarbeit. gungen anzufeuern, durch welche es armen Kindern schon während der Schulzeit möglich werden kann, einen Nothpfennig zu verdienen und ihren Eltern, die oft kaum im Stande sind, flch selbst daS tägliche Brod zu verschaffen, werkthätig an Händen zu gehen. Allein — ich höre auch bei uns dieselbe Frage, die bei Erörterung dieses hochwichtigen Gegenstandes auch anderwärts aufgeworfen würde: »woher Zeit nehmen zur Handarbeit in der Schule, worin die verschiedenartigen Elemente des Wissens zu unterrichten sind? und wäre diese auch gewonnen: wo sind überall Schulhäuser, die zu Arbeitssälen Räumlichkeiten genug für so viele Lehrlinge böten? und sind die Lehrer immer geeignet, die Arbeiten zu leiten und zu überwachen? endlich werden die Eltern alle ihre Kinder zu solchen Zwecken der Schule übergeben?" Da wo Arbeitsschulen mit Elementarschulen schon gesetzlich bestehen, wie einige in Württemberg, von denen ich die zu Hornberg bei Kirchberg im Hohenlohischen selbst besuchte und mich von ihrer Zweckmäßigkeit überzeugte, ferner in Baden, Sachsen und in einigen Provinzen von Preußen, hier zunächst für die weibliche Jugend, hauptsächlich aber in der belgischen Provinz Ostflandern für Schüler beiderlei Geschlechts, sind diese und ähnliche Fragen längst durch die Praxis auf das Vortheilhafteste beantwortet! Man wird jedoch außerdem mir noch einwenden: in der israelitischen Schule, wo zu den gewöhnlichen Elementar-Gegenständen, auch noch der hebräische Unterricht kommt, dem so viele Stunden zu widmen sind — wo noch dazu die Kinder von HauS auS nicht sehr an die Handarbeit gewöhnt sind, da feien die Schwierigkeiten bei Einbürgerung von industriellen Arbeiten unüberwindlich. Wir glauben, daß dies zu weit gehe. Man merke nur auf daS, waS uns öffentliche Berichte über derartige Schulen namentlich in Flandern, wie z. B. in der oben in der Anmerkung angeführten Schrift von Ober-Regierungsrach SteinbeiS, mittheilen, „daß nämlich zwei Stunden täglich vollkommen genügen, um binnen zwei Jahren nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen, fondern auch noch neben der flandrischen Sprache die französische, welche die Schüler oft zu hören