Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1856)
- Date
- 1856-06-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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168 Die israelitische Schule Wohl ist eS nicht erst von heute her, daß von den Einsichtsvollen und Besseren unter uns die Wohlthatigkeit der höheren Verordnungen in Beziehung auf die Ergreifung ordentlicher Gewerbe anerkannt wird, daß allenthalben israelitische Handwerker getroffen werden, die in jeder Hinsicht solchen die zu anderen Eonfessionen sich bekennen, an die Seite gestellt werden dürfen, und die, wie uns der Thalmud von den Altvordern berichtet, ungescheut ihre Handwerkszeuge herumtragen, um öffentlich zu zeigen, wie sehr sie ihre Arbeit ehrt! Auch haben sich zur Heranbildung tüchtige Handwerker in unserer Mitte hier und dort größere Vereine gebildet, die mit Segen wirken, und erst in neuester Zeit hat ein wackerer College, Herr Lehrer DreifuS zu Endingen in der Schweiz, wieder das Projekt einer landwirtschaftlichen Schule für Israeliten in Anregung gebracht*). Allein wir wissen eS nur zu gut, wie viele unserer Glaubensgenossen noch nicht genug beherzigen, daß jedes Handwerk seinen goldnen Boden hat und deßwegen unter den nichtigsten Vorwänden, entweder gar kein ordentliches Gewerbe erlernen, oder wenn sie hiezu mit Gewalt oder um nur auS der Eltern Brod durch Vermittlung eines Handwerks-VereinS zu kommen, angehalten wurden, dasselbe gar bald wieder verlassen und leeren Entwürfen nachhängen (ll'Z^ 'ZNIV) Darum thut eS noth unserer Jugend schon frühzeitig Lust und Liebe zur Handarbeit einzuflößen; und darum sollte in jeder israel. Schule die Pfleglinge, in gehöriger Abwechslung mit dem gewöhnlichen Unterrichte zu solch nützlichen Beschäftigungen, welche die Hand üben und daS Auge mit der Lust am Selbstgefertigten ergötzen, angehalten werden, damit sich an ihnen bewahrheite: »Jung gewohnt, alt gethan." Dazu kommt noch der beherzigenSwerthe Umstand, daß uns vor allem Andern unsere gegenwärtige, auf so viele israelitische Familten und ganze Kirchengemeinden so hart drückende Zeit dringend ermahnt, unsere Zugend zu den erwähnten Beschästi- *) Man sehe die Abhandlung hierüber im ersten Heft des V. Jahr, gangs dieser Zeitschnst von Seite 11—16.