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Der israelitische Volkslehrer · 1856-05-01 · Heft 5 (Mai 1856) · page 39

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 5 (Mai 1856)
Date
1856-05-01
Page
– (sequence 39)
Language
German
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Rundschau. Cahn (aus Main,), Herr Vr. Zell in et kommen werde. Dieser ist nämlich in so veil von der Concurrenz zurückgetreten, daß er nicht zu den Probepredigern gezählt sein, fondern einer specieUen Einladung der Gemeinde folgen will. . «. . Ueber unsere politischen Verhältnisse verlautet nichts. Hoffen wir. daß der Frieden die Zeit gönnen wird um die jüdische Frage zur Lösung zu bringen. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird jetzt so lange temporiflrt werden bis die bischöfliche (Konferenz, die eben jetzt hier gebalten wird, zu Ende ist. — Keinesfalls fehlt eS an mahnende Stimmen, die den Herren zurufen daran zu denken, daß wir nicht im Mittelalter leben. — Ohne auf das Gerede der Leute besonderen Werth zu legen, glaube ich es Ihnen doch mittheilen zu sollen, es gehe die Sage, die obersten Behörden seien nicht ganz ä'secorä mit der Macht, die der Geistlichkeit eingeräumt wurde. Daher wird opponirt, wie man es nur irgend kann, und darum erhebe sich auch bei den obersten Behörden ein Widerspruch gegen die Errichtung einer jüdischen Volksschule hier die eben von der katholischen Geistlichkeit gewünscht wird. — DaS Taubstummen-Institut und die Kinder-Bewahranstalt, die bis jetzt in gemietheten Loyalitäten Unterkommen fanden, die nicht ganz entsprechend waren, werden ba'd in eigenen Häusern placirt sein. Das Geld dazu wird durch Beiträge gesammelt. Es zeigt stch eine Opferwilligkeit bei der Gemeinde, die wahrhaft lobenswerth ist. Außer dem Fond, den diese Institute bereits befitzen, belaufen sich die freiwilligen Gaben zum Ankaufe eines Hauses für jedes der Institute auf 30—40.000 fl. (5. M. — Die israelitische Armen-Anstalt gibt bekanntlich in diesem Jahre Kostkarten an bedürftige Leute ab. Demgemäß bereitet sie denselben auch eine Seder-Feier vor, wobei Herr vr. Wolf den Gortrag abhält. Ebenso gibt, wie alljährlich, der Handwerksverein den Lehrlingen einen Seder, wobei Herr Breuer den Vortrag hält. Westfalen. Soest. — Der Ihnen sowohl, als auch in weiten Kreisen rühmlichst bekannte Herr Obervorsteher Hellwiy Hai am ersten Tags des PesachfesteS in einer gediegenen und rührenden Schlußrede sein Predigeramt wegen zunehmender Brustschwäche niedergelegt. Den bei weitem größten Theile der hiesigen Gemeinde, der seinem Prediger mit ganzem Herzen zugethan ist, hat dieß Ereigniß mit schmerzlichem Bedauern erfüllt, und nur der Gedanke tröstet uns, daß fein Wirken für VaS Wohl der Menfchen im Allgemeinen, so wie unserer Glaubensbrüder insbesondere, namentlich aber für die hiesige Gemeinde'in ihrem Cultus, ihrer Schule u. f. w. nicht aufhören wird mit seinen Predigerfunktionen. Zu Anerkennung der Verdienste ihres würdigen Hirten und als Zeichen der Liebe und Dankbarkeit überreichte die Gemeinde demselben am siebenten Festtage durch eine Deputation einen silbernen Pokal nebst einer Adresse, Worte des Dankes für fein segenreiches Wirken und uneigennütziges Streben, sowie des Bedauerns über seinen Rücktritt enthaltend. Möge der Allgütige den verehrten Mann noch recht lange gesund und froh in unserer Mitte erhalten. — . H Meyer. (Mit Freuden ergreifen wir diese Gelegenheit, um auch unserseits dem um feine Gemeinde sowie um das Iudenthum überhaupt so verdienten Herrn Obervotsteher Hellwitz unsere warmgefühlte und gewiß im Namen zahlreicher Glaubensgenossen ausgesprochene Anerkennung auS aufrichtigem Herzen kund zu geben. Herr Hellwitz hat sich stets als ein warmer Vertreter des IudenthumS man.ftstirt, nicht bloS durch das Wort, obgleich in unserer blasirten, gewinnsüchtigen Zeit—wo die Religion, vor lauter Creditdsnten fast allen Credit verliert und von Manchen unter die Bank

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