Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1856)
- Date
- 1856-05-01
- Page
- – (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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Rundschau. »5S splitterten Kräfte gilt, ohne eine solche kaum ins Leben gerufen werden kann. Keinesfalls aber fehlt es am WohlthätigkeitSfinn, der vielmehr überall glänzend hervortritt, wenn er auch in öffentlichen Blattern keinen Lärm von sich macht, was wir zur Ehre unserer pfälzischen Glaubensgenossen dem berührten Korrespondenten gegenüber hervorheben zu müssen glaubten. Nur EiueS scheint allerdings bei uns gänzlich zu fehlen^ nämlich der Sinn für Stiftungen, durch welche allein, gerade bei uns, wo die Kräfte so sehr zersplittert find, Großes und Dauerndes ins Leben gerufen werden könnte. Mit Ausnahme einer solchen in Kirchheimbolanden und wenigen andern iA uns keine bedeutendere in der ganzen Pfalz berannt, obgleich in den letzten Jahren Männer verstarben, die jedem ihrer Erben, zum Thei! selbst schon sehr reiche, noch dazu in» Auslande wohnende Leute, Hunderttausende zurückließen, und keinen Kreuzer für wohlthätige Zwecke bestimmten. ^-^5^^ 5^ 71212 llN'INtt. - An diesem Sinne, der anderswo gerade so rege ist, fehlt eS bei uns fast ganz. Möchte nur der in »vollem Maße" wach werden, und eS könnte und würde Großes bei uns geschehen. * Schließlich erlauben Sie mir, geehrter Freund, eine Bemerkung gegen Zhre Bemerkung in Ihrem eben so wahren als zeitgemäßen Aufsatz: »Die neuen Gebetbücher.« Sie sprechen da im Vorbeigehen von der sogenannten Verdammungsforme! gegen die Ketzer L^IIAN *die jetzt wieder gute Dienste thue.« Es ist aber wohl zu bemerken, daß diese Abtrünnigen zugleich verläumderische Denunzianten waren, und besonders deßhalb diese Formel eingeführt wurde ^7^^ s^A^NI *"7Z? Ok. 2^ s!'2N HNO) V^M"! N12^Q1, und diese Formel in einer Zeit, wo die Neuorthodorie nicht selten in Verbindung mit gefärbten und ungefärbten Irreligiösen, mit Heuchlern, Lassen und Buben die falschen Dennnciationen so sehr yractizirt, in der That -gute Dienste» thun kann, indem sie vielleicht doch Manchen von solch verbrecherischem Beginnen zurückbält. — Bad Homburg. (Briefe von L. Lebmann.) Sie kenneu unser Homburg, nicht weit von Ihrer Main- und Handelsstadt gelegen; Sie wissen, daß eine starke Gemeinde Ihrer Glaubensgenossen hier lebt, da Sie vor 8 Jahre einmal unseren Gottesdienst mit Zhrer personlichen Leitung und Predigt verherrlichten, und dadurch bei den hiesigen Einwohnern ohne Glaubensunterschied ein unverwischbares, liebevolles Andenken binierlassen haben. Es wird Ihnen daher nicht unangenehm sein, von Zeit zu Zeit Nachricht zu bekommen, was sich in unserer Gemeinde Wichtiges ereignet. Aber auch den vielen Fremden, die den Sommer über unser herrliches Badestävtchen besuchen, wird es Freude machen, wenn dieselben in Ihrer weitverbreiteten Monatsschrift Etwas von Homburg finden. Doch zur Sache! — Wie eS mit dem religiösen Fortschritte, mit der Läuterung deS religiösen Sinnes in unserer Gemeinde beschaffen, will ich Ihnen an einem Bilde zeige», das Ihnen die Lage unseres Städtchens ins Gedächtniß zurückruft. Homburg liegt 400 Fuß hoch, eine frische gesunde Luft wehet hier stets, aber daß dieselbe nicht stürmisch und raub, erhebt sich gegen Norden und Westen die hohe GebirgSwand des Taunus. So auch unser religiöses Leben hier; da ist nicht jener kränkelnde, Religion gefährdende JndifferentiSmuS zu bemerken; Gottlob, die Leute haben hier einen noch kräftigen Sinn für Israels Religion und deren heilige Institutionen, eine.lfrische^gesunde Anschauungsweise macht sich hier nach und nach gellend, ste verlangt nicht Reformen in'S Unendliche oder auf einmal, sie begnügt sich schrittweise Terrain zu gewinnen und den Blick auf Synagoge, Schule und WohlthätigkeitS-