Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1856)
- Date
- 1856-05-01
- Page
- – (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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t»8 «uudscha^ ganz an» ist, die andern aber auch nichts weniger als reich, kaum wohlhabend selbst in ihren kleinen Verhältnissen genannt werden können, eine Schule «it einem geprüften, von der Regierung dauernd angestellten Lehrer errichten, wa« eine Ausgabe von mindestens 400 fl. jährlich fordert, wie dies bei uns fast m jedem Dorfe der Fall ist: so kann diesen Leuten, die ihren Kindern diese in doppelter Hinficht kostbare Nahrung des Geistes reichen, gewiß der WohlthStigkeitSfinn schon um deßwitlen im »vollen« Maaße nicht abgesprochen werden, nach dem besonders in diesem Sinne anwendbaren schönen Ausspruche unserer Alten: ^2 'M'W PN TN ^2^O '1558 ('H"l dem, der sich des Armen annimmt" — das bezieht sich auch auf den Familienvater, der seine unmündigen Kinder ehrbar ernährt), und wir dürfen uns in dieser Hinsicht kühn mit jeder andern deutschen Provinz messen. Aber auch au Wohlthätigkeitsvereinen fehlt es besonders in den größeren Gemeinden nicht. Fast überall find Krank en vereine, ausweichender Dürftige in ErkrankunzS fällen kräftige Unterstützung erhalt, Armenvereiae, aus welchen die heimischen wie die durchreisenden Armen ihre Almosen erhalten, und viele andere, in manchen Gemeinden Vrer. und mehr. So in Landau, Jugenheim, Albersweiler, Sülzheim u. s. w. In Edenkoben besteht sogar ein Verein, der den Armen Grundstücke zur eignen Bebauung ubergibt. Als jüngst der Nothschrei aus dem gelobten Lande ertönte, wureea tu wenigen Stunden 400 Franken von Wenigen hier zusammengeschossen und durch unsern wackern Vorstand. Herrn Simon Maver, an Herrn Albert Cohn zu Paris zur Beförderung eingesandt, eben so verhältnißmäßig in fast alle» andern Gemeinden, die theilS durch den auch in dieser Hinficht, wie überalt, wo eS die Förderung gemeinnütziger Zwecke gilt, rühmliche Thätigkeit entfaltenden Culrus-Vorstand, Herrn Bernhard RooS in Jugenheim, vi» Amsterdam, theils auf andern Wegen an den Ort ihrer Bestimmung befördert. — Collecteu zu diesem BeHufe sind, in Rückficht der seit einigen Jahren auch für unsere Armen so schweren Zeit, »für welche der WohlthätigkeitSfinn der Bewohner wach zu erhalten«, von unserer Regierung untersagt worden. Jüdische Hospitäler lassen fich nur in ganz großen Gemeinden errichten, in kleinern reichen die Mittel nicht, und eine Vereinigung mehrerer Gemeinden diesem Zwecke ist nicht thunlich, da mau doch rie Kranken aus einer Gemeinde in die andere nicht tranSportiren kann. Ein Waisenhaus, das freilich von der ganzen Provinz gegründet werden könnte, besitzen wir allerdings nicht; allein wie viele andere Provinzen unseres großen Vaterlandes befitzen deren? — Neberhaupt lassen fich solche gemeinschaftliche Anstalten schwer ins Leben rufen, wo eS au einer einigenden religiösen Centralbehörde fehlt. Die Versuche wurden schon gemacht; sie wollten aber. großentheilS wohl auS dem angedeuteten Grunde, nicht reüsfiren. Ein Handwerks- und Ackerbauverein bestand früher in Kirchheim-Bolanden, hervorgerufen besonders durch den früher daselbst, jetzt in Mainz wohnenden, wo eS das bürgerliche und religiöse Wohl seiner Glaubensgenossen galt, überaus thätigeu Herrn L. Leoni, und wurde auch hier der Versuch dazu gemacht. Von der Thätigkeit des erstern hören wir nichts mehr, der letztere wollte mcht zu Staude kommen. Es fehlt eben an dem einigenden Bande, wie dies in Baden und Würtemberg und dem nahen Frankreich der Fall ist. Wir wollen damit der Einführung einer Oberkirchenbehörde bei uns durchaus nicht das Wort reden. Im Gegentheil, wir kennen die ganze Gefahr, die mit ver Errichtung einer solchen, besonders in unserer Zeit, für Culrus- und Schulwesen, und selbst für viele Eristeuzen verbunden wäre. Indessen läßt fich nicht läuguea, daß eine thätige. einsichtsvolle Zentralbehörde viel G«Les stmen türmte, daß wenigstens Manches, wo eS die Sammlung der so vielfach zer-