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Der israelitische Volkslehrer · 1856-05-01 · Heft 5 (Mai 1856) · page 27

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 5 (Mai 1856)
Date
1856-05-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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IRI
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nach Z. Tarnopol. 14S Odessa wählte ihn auch i. Z 1844 zum Vertreter bei der rabbinischen Versammlung in Petersburg, wo er an der Ausarbeitung der Pläne Tbeit nahm, die man entwarf, um eine gänzliche Reform deS Judenwesens in Rußland zu bewirken. (Diese Pläne kamen übrigens bekanntlich nicht zur Ausführung.) Er erlag indeß den vielen Anstrengungen, wenige Jahre nach seiner Rückkehrim Z. 1853. Die Schule zu Odessa hat aber ihren Fortgang; doch wird sie leider von einer schweren Sichttare erhalten' Der Verfasser deckte hierbei manche Kehrseite der allzueilig gewonnenen Einsichten auf; er zeigt, wie mit der Erkenntniß der ehemaligen Uebel, viele ihre Heilung darin gesucht haben, daß sie die Tugenden der Väter zugleich abwarfen, und namentlich die Wohlhabenden, nach äußerer Anerkennung haschend, eine Ehre darein setzen, ihre Erbcheile nicht zu beachten, und ihren Zusammenhang mit Glaubensbrüdern in Vergessenheit zu bringen. Diesen Verkehrtheiten mein: er, werde die Ausführung der allgemeineren Maßregeln entgegentreten. (Wir bezweifeln, wofern nicht ein besseres Verhältniß von innen heraus durch tüchtige Volkslehrer und wohlverstandene Reformen erzielt wird. Es ist übrigens nicht bloS in Rußland so.) Odessa hat eine große Hauptsynagoge, seit 1850 nach einem schönen Plane neu erbaut, und (wir meinen 1855) eingeweiht; die Brodier haben ein eigenes Verhaus mit trefflich geordnetem Gottesdienste; sonst sind noch 4 Bethalleu in der Stadt. Vorzügliche Leistungen werden in ersterer dem Gesänge nackgerühmt. Bei dieser Gelegenheit spricht der Verfasser über den Svnagogen- Gesang, den Wunsch ausdrückend, daß der herkömmliche, wenn auch ausgeartete, in seinem Wesen eigenthümlich zur Andacht stimmende Gesang nicht von der modernen Musik verdrängt werden möge. Es sei vielmehr wünschenswerth, die rührenden morgentändiftten besänge in ihrem ursprünglichen Charakter beizu behalten, nur natürlicher Weise sie in eine angemessene Form zu bringen. Dieser Gedanke verdient ernstliche Beachtung. Die Schilderung anderer Zustande bietet wenig Anziehendes dar. nur muß man wohl beipflichten, wenn gerügt wird, daß in Odessa so sehr viele junge Aerzte, ohne Erfahrung, sich ansiedeln ehe sie noch mit Rett auf Vertrauen rechnen dürfen. Daß indeß eine so große Zahl junger Männer Beschäftigung findet, hat wohl spin?n Grund in den häufigen Krankheiten, die in jener Gegend ärztlichen Beistand zu größerem Bedürfniß machen. Einen ungünstigen Eindruck empfangen wir aber von dem Gemälde, welches der Verfasser von dem weiblichen Geschlechte entwerft. Seit 1835 erhält auch dieses einen zeitgemäßen Unter-

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