Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1856)
- Date
- 1856-05-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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»ach I. Taruopol. gebniß war die Errichtung zeitgemäßer Schulen, und zwar Elementarschulen. Distrikt- (wohl richtiger: Mittel-) Schulen, und Rabbinen-Schulen, letztere vorzüglich für künftige Volkslehrer, denen auch die Verbesserung des Gottesdienstes obliegen wird. Während diese Maßnehmungen nur allmälig in's Leben treten, und den sittlichen Zustand umschaffen können, traf die Regierung an? dere Vorkehrungen um der herrschenden Armuth abzuhelfen. Sie errichtete Ackerbau-Colonien. Jeder Jude, welcher in diese eintritt, ist frei von allen Communal-Lasten und vom Kriegsdienst, sowie auf mehrere Jahre vou allen Abgaben. Jeder sich bei der Behörde Meldende wird angenommen, empfängt eine Summe zur ersten Einrichtung, auch Bau-Material, Vieh und Ackergeräth, ohne weitere Verpflichtung als Fleiß und Ausdauer. Es ist auch den Kolonisten gestattet, erfahrene deutsche Colönisten zu ihrer Anleitung herbei zu ziehen. Jede Colonie hat jetzt einen deutschen Ober-Aufscher. Die Söhne der Kolonisten werden in allen Landbau-Schulen zugelassen. Seit Errichtung der Colonien stehen bereits 25 in trefilicher Blüthe; sie zählen 2361 Familien (die Personenzahl betrug 17 153), alle im südlichen Rußland, auf den Arongütern der Provinzen Cherson uud^Z^aterinoslaw, zum Theil auch auf Privatgütern. — Außerdem hat die Regierung den Zuden anbesohlen, ihre Tracht abzulegen, und die der übrigen Bewohner anzunehmen. (Gewiß sehr gut gemeint; der Verfasser verschweigt aber aus begreiflichen Gründen, daß bei Ausführung dieser V Seiten der Unterbeamten gegen Widerstrebende unerhörte Grausamkeiten und Gewalttaten begangen wurden und werden.) Das Ergebniß der heilsamen Schritte der Regierung findet der Verfasser bereits sehr sichtbar in der Zunahme des gegenseitigen Vertrauens und namentlich in der Bereitwilligkeit vieler Jünglinge in dem gegenwärtigen (1854—55) gerechten Kampfe gegen die Feinde des Vaterlandes die Waffen zu ergreifen, so wie in der Gastfreundschaft, welche die Familien den Truppen mit zuvorkommendem Eifer erwiesen! Voilk Äes küts, 6unt t'autkentieits eraint pas ck'etre reput6e! (Ovtlat ^uäaeus ^pella!) Die Gemeinde zu OdeM ist, wtt die Stadt selbst, kaum 60 Jahre alt. Sie bildete sich, begünstigt durch den Herzog von Richelieu, aus de« verschiedensten Elementen, den durch ihr eigenes Wesen bekannten Polen, den tiefsinnigen und unternehmenden Liihauern, den »hängen und umsichtigen Russen, den lebhaften und feinen Galliziern, und vielen sogenannten Deutschen, zu denen sich noch hergelaufene Abenteuerer gesellten, fast alle schon in benachbarten Flecken angesiedelt. An Betriebsamkeit ließen es alle