Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1856)
- Date
- 1856-05-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3129675-3129764-3129770--1569-3131388- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
,» Gevelond. ß»s ferenz veranlaßte, die verschiedenen Parteien zu einer Zusammenkunst zu berufen, in welcher Allen die Möglichkeit geboten wurde, ihre Sache zu verteidigen. ihre gegenseitigen Ansichten auszutauschen und zu einer endlichen Beilegung der streitigen Punkte zu gelangen. — Denn, wer sonst sollte diesen Streit entscheiden? Soll die Entscheidung der Willkühr jeder einzelneu Gemeinde, oder der alleinstehenden Meinung der einzelnen Geistlichen überlassen werden? Zrrthum ist dem Menschen natürlich, und wer verbürgt die Richtigkeit der Ansichten und Entscheidungen eines einzigen Individuums in Fragen von einer solchen Alles verschlingenden Wichtigkeit? Die noch so gut gemeinte Unparteilichkeit kann vyn Parteineigungen verblendet werden; Punkte und Beweise von der höchsten Wichtigkeit können dem Gevächtniß und der Aufmerksamkeit eines Individuums entgehen; und der gesunde Menschenverstand, das Beispiel aller Nationen und Kirchen, sjowie unsere eigenen alten Gewohnheiten lehren uns, daß Punkte, welche die Interessen der ganzen Natiyn berühren, der ernsten Betrachtnahnre einer constituirten Körperschaft, und nicht der Willkühr von Zw dividuen überlassen werden*) Deßhatb schlugen wir yor pnd betrachteten es als unsere heiligste Pflicht, eine Conferenz zusammenzuberufen, entschlossen bei ihren Entscheidungen zu perharren; und es war zu erwarten, daß Zedermann, welcher nicht nur die Wohlfahrt seiner Gemeinde, sondern die der jüdischen Gesaznmtheit im Großen im Auge behält, daran Theil nehmen werde. Daß, bevor ein allgemeines Einverständnis erzielt werden mag, hitzige Streitigkeiten und selbst erbmerte Discussionen Platz greifen würden, versteht stch von selbst; daß aber, nachdem die verschiedeneu 5) Wie, war denn aber auf der Conferenz zu Cleveland die ganze Judenheit Amerikas vertreten? Indem oben angeführten Berichte d^S Or. Mayer aus Charleftoa wirv uns gemeldet, daß im Ganzen 16, sage mit Worten sechzehn Männer, tO Geistliche und 6 Laien-Abqeordu,:e erschienen. Nsd Siefs!6 Männer durften es wage», solchweit^rezfende, jede freie Bewegung für aUe Zukunft hemmende Beschlüsse zu fassen, und Mar nicht bloS für sich und ihre Gemeinden, sondern für alle Israeliten? Nachdem sie im zweiten Satze ihrer Platform gesagt: «,Der Talmud enthält die traditionellen, gesetzlichen und logischen Erpojnionen der biblischen Gesetze, die nach der Erklärung deS Talmuds erforscht und geübt werden müssen, fügen sie i» Nr. 3, weiter hinzu: MSynodalbeschlüsse in UedereinAimmung mit vorstehenden Prinzipien haben, gesetzliche Gültigkeit.» Also wollen jene tS Männer schon im Voraus allen zukünftigen Synoden, worauf sämmt» liche Gemeinden Amerika s vertreten sein sollen, dje Hände binden. DaS scheint deau doch ein Bischen zu stark, uud der Uuwitle, welcher sich in dem Proteste des vx, Eiuhor» uud feine? Gem-iuKe ausspricht, pölljg gerechtfertigt-