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Der israelitische Volkslehrer · 1856-05-01 · Heft 5 (Mai 1856) · page 20

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 5 (Mai 1856)
Date
1856-05-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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LertheidiguttH dst EoAferenzmäaner und Gewohnheiten so mir nichts dir nichts inS Feuer werfen sollten. Daher werden diese Grundsätze noch viele Decennien vereinzck, mißverstanden und erfolglos bleiben, und blos als hervorragende Bogelscheuche für die Zwecke der hyperorthodoren Partei dienen. Und nun waS war die Absicht und die Bedeutung der Konferenz in Cleveland? WaS waren die Gründe, welche ihre Mitglieder veranlaßten, zusammen zu kommen und einen Plan für sine künstige Synode oder Convention — der Name ist von sehr geringer Bedeutung — dem jüdischen Publikum vorzulegen? Die Gründe sind einleuchtend. Zedermann, der sich nicht vorsätzlich verblendet, muß anerkennen, daß das Lager Israels, einst so friedlich und einig, in verschiedenen Parteien getheilt und gespalten ist, und daß der Abgrund sich mit jedem Tage erweitert. Mag der Eine versuchen, sich und Anderen die geschlagenen Wunden zu verheimlichen; mag der Andere durch ein vorsichtiges Stillschweigen eine Ruhe der Seele erheucheln, als ob Alles um ihn her so schön und richtig sich bewegte, wie hundert Jahre zurück; mag ein Dritter sich bemühen, den Gemüthern seiner Zuhörer den Gedanken einzuflößen, daß der Sturm vorbeigehen und Alles wieder in das alte Geleise zurückkehren werde, — so muß doch ein Zeder, welcher ausrichtig ist und die Sache bei ihrem Namen nennt, nothwendig anerkennen, daß große Veränderungen Platz gegriffen haben und noch täglich Platz greifen. In der kleinsten Gemeinde des unbedeutendsten Dorfes herrschen Meinungsverschiedenheiten; und ohne frivol zu sein, ohne von Selbstsucht oder sündhaftem Gelüste beherrscht zu werden, werden Veränderungen im Gottesdienste, in einigen anderen Gebräuchen und Zeremonien gebieterisch verlangt, und wird diesem Verlangen nicht willfahrt, folgen Spaltungen und Trennungen. Und der Talmudgelebne — der Mann, dessen Führer Wissenschaft und Kenntniß, und nicht der alten Großmutter noch älteres Gebetbuch ist — weiß, daß die Zustimmung zu sehr vielen dieser Veränderungen nicht in Widerstreit mit der Religion und ihren Vorschriften ist, und wenn ste gegeben wird, die Spaltung in zahllose Parteien verhindern wird. Sollen wir auch Katholiken und Protestanten in unserer Reltgton haben, oder sollen wir es versuchen, durch eine, auf gewissenhafte und tiefe Untersuchung gegründete, Verständigung die Parteien zu versöhnen und die alte Einheit zu erhalten? Zn der Einheit ist Macht und Stärke, und wer bedarf derselben mehr als ZSrael, das. was die Religion betrifft, sich weder auf die Unterstützung des Staates, noch auf den Einfluß der Kirche verlassen kann? Das war die Frage, welche die Urheber der Ton-

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