Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1856)
- Date
- 1856-05-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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z» Lleveland. A4» Eifer die Stelle deS frivolen Leichtsinns eingenommen, und strenge, wissenschaftliche Rechenschaft wird gefordert für jede vorgeschlagene Reform, für jede einzuführende Neuerung. Daher ist in ganz Europa nur eine Gemeinde, in Berlin, welche das oben geschilderte System angenommen hat; weder der Tempel von Hamburg, noch die von Leipzig und Prag sind ihrem Beispiele gesolgt. Und selbst in diesem unserem Lande, wo die Verwaltung der jüdischen Angelegenheiten ganz und gar den Gliedern dieser Religionögenossenschaft überlassen ist, befindet sich unter mehr als I0v.0(w Juden in den Bereinigten Staaten — nur die kleine Zahl von dreißig Männern in Baltimore, welche sich entschlossen haben, die nämliche(?)Platform anzunehmen*). Die große Majorität der übrigen Gemeinden, welche den Reichthum die Macht unv die unermüdlichen Anstrengungen der christlichen Kirche um sie herum, vereinigt mir dem Einflüsse, welchen sie üben, bemerken, fürchten die Bande der Religion zu sehr zu lockern, aus Besorgnis, durch den Druck von Außen überwältigt zu werden, oder sie fühlen zu. viel Anhänglichkeit und sind zu sehr gewöhnt an die bisher geführte religiöse Lebensweise, daß sie ihre Ansichten *) Herr Or. L. hat sich die Sache ziemlich leicht gemacht. Wie er oben gegen die Ultra-Orthodoren zu Felde zieht, denen die Heiligsprechung des Talmud nicht genügt, wenn nicht dasselbe Vorrecht allen Bestimmungen d-s Schulchaa-Aruch eingeräumt wird, so zieht er hier gegen die Ultras unter der Reformv.,rtei los, und spricht ihnen alle Berechtigung ab, weil sie eben nur eine kleine Minorität bilden. Wir wollen nun davon nichts sa, gen, daß vr. Einhorn und seine Genossen mit Recht einwenden könnten daß oel winenschaftlichen Streirrragen es auf die Menge der Kampfer, die aus jeder Seite stehen, gar nickt ankomme, und die Stimmen nicht zu zählen, sondern zu wagen find. Warum aber erwähnt Or L. die große Zahl derer nicht, welche der Bibel, als dem geoffenbarten Worte Gottes, mit aufrichtigen Herzen anhängen, allein dieselbe auf eine vernünftige und ihrem Wonsinne angemesse Weise aufgefaßt und erklart wissen wollen, eben deßhalb aber den Talmud, dessen Schriftauslegung an sehr vielen Stellen aller Vernunft und Logik Hohn spricht, weder traditionelle noch gesetzliche Kraft zugestehen und sich von den Banden befreien wollen, womit er ihr ganzes Leben umschnüret? Daß die Zahl dieser Israeliten in der neuen Welt sowohl als in der aUeK sehr groß ist, wird Herr vr. L. wohl nicht in Abrede stellen. Hat er unS ja selbst oben gesagt, daß die große Masse der Glaubensgenossen ^11, das Verbot des RasirenS und noch vieles Andere mehr weder beobachten kann noch will. Nun nach Bestimmung II. der zu Clevetanv angenommenen Planorm Anv alle diese keine rechtgläubigen Israeliten, und wenn die Herrn, welche diese Platform unterschrieben haben, consequent sein wollen, dürfen sie kein Mttglted ihrer Gemeinden, das sich rastet, das Geld auf Zinsen an einen anderen Israeliten leiht oder einem solchen Zmsen zahlt, als Zeugen bei einer Trauung zulassen; sie müßten sogar eine unter Zuziehung solcher Zeugen geschlossene Ehe für ungültig erklären. Andere Conseguenzen wollen wir, ihrer Gehässigkeit wegen, gar nicht erwähnen. IS*